Augenuntersuchungen
Augenuntersuchung: was gemessen wird, wie es abläuft, wer es zahlt
«Ich sehe eigentlich gut — muss ich trotzdem?» Diese Frage hören wir jeden Tag. Eine Augenuntersuchung prüft nicht, ob Sie gut sehen — das wissen Sie selbst. Sie prüft, ob am Auge etwas geschieht, das Sie noch nicht bemerken: ein steigender Augendruck, feine Veränderungen der Netzhautmitte, eine langsam trübe werdende Linse. Genau diese Dinge tun am Anfang nicht weh und fallen im Alltag nicht auf.
Was bei einer Augenuntersuchung passiert
Der Ablauf ist an allen drei Standorten derselbe und folgt einer einfachen Logik: zuerst reden, dann messen, dann schauen, dann wieder reden. Der letzte Teil ist der wichtigste — eine Untersuchung, deren Ergebnis Sie nicht verstanden haben, hat ihren Zweck verfehlt.
- Anmeldung und Gespräch. Wir fragen nach Ihren Beschwerden, seit wann sie bestehen, nach Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, nach Augenerkrankungen in Ihrer Familie und nach Ihren Medikamenten. Diese Angaben entscheiden mit darüber, wonach anschliessend gesucht wird.
- Vormessung durch unsere Fachpersonen. Sehschärfe mit und ohne Ihre bisherige Korrektur, eine objektive Messung der Brillenwerte mit dem Autorefraktometer und die Augendruckmessung. Das dauert wenige Minuten und tut nicht weh.
- Pupillenerweiternde Tropfen — aber nur, wenn der Augenhintergrund vollständig beurteilt werden soll. Danach warten Sie zwanzig bis dreissig Minuten, bis die Tropfen wirken.
- Die ärztliche Untersuchung. An der Spaltlampe beurteilen wir Lider, Bindehaut, Hornhaut, Vorderkammer und Linse, anschliessend Sehnervenkopf, Makula, Gefässe und die Netzhautperipherie.
- Zusatzuntersuchungen nach Befund. OCT, Gesichtsfeld oder Hornhauttopographie kommen dazu, wenn die Fragestellung sie verlangt — nicht als festes Paket.
- Die Besprechung. Was gefunden wurde, was es bedeutet, was daraus folgt und wann die nächste Kontrolle ansteht. Fragen Sie so lange nach, bis Sie es jemandem zu Hause erklären könnten. Genau das ist der Massstab.
Die Tropfen sind der Teil, der die meisten Menschen überrascht. Sie lähmen für einige Stunden den Muskel, der die Pupille eng stellt — und meist zugleich den Muskel, mit dem das Auge auf die Nähe scharf stellt. Deshalb ist die Pupille weit (Blendung) und das Nahsehen unscharf, und deshalb können wir durch ein weites Fenster auf die Netzhaut sehen. Ohne diese Erweiterung bleibt die Netzhautperipherie — dort, wo Risse und Löcher entstehen — schlicht unzugänglich. Der Preis dafür ist real: In der Nähe sehen Sie unscharf, im Hellen blendet alles, und je nach Präparat und Augenfarbe hält das mehrere Stunden an. Fahren Sie in dieser Zeit nicht selbst.
Sehr selten verträgt ein Auge diese Erweiterung nicht. Welche Warnzeichen in den Stunden danach sofort abgeklärt gehören und wen Sie dann anrufen, steht im Hinweis «Planen Sie den Rückweg ohne Auto» zu diesem Abschnitt.
Umgekehrt gilt: Nicht jede Augenuntersuchung braucht diese Tropfen. Für eine Brillenbestimmung, eine Augendruckkontrolle oder die Abklärung eines roten, gereizten Auges ist die Erweiterung meist entbehrlich. Wenn Sie es genau wissen müssen, weil danach ein Termin ansteht oder Sie mit dem Auto kommen wollen: Sagen Sie es bei der Anmeldung. Wir planen den Termin dann entsprechend oder sagen Ihnen offen, dass es diesmal nicht geht.
Welche Untersuchung wann
Für die Augen gibt es in der Schweiz keinen verbindlichen Vorsorgeplan, wie ihn viele von der Zahnkontrolle kennen. Die folgenden Angaben sind deshalb Orientierungswerte für Menschen ohne Beschwerden — keine Vorschriften und keine Termine, die Sie versäumen können. Sobald ein Befund vorliegt, gibt er das Intervall vor, und dann ist es enger. Wie eine solche Untersuchung ohne Beschwerden abläuft, wonach sie sucht und wer sie bezahlt, steht auf der eigenen Seite: Augenvorsorge: Grüner Star und Makuladegeneration rechtzeitig erkennen.
Nach Lebensalter
| Lebensphase | Übliches Vorgehen ohne Beschwerden |
|---|---|
| Vorschulalter | Einmal augenärztlich kontrollieren, auch wenn nichts auffällt — Schielen und einseitige Fehlsichtigkeit bemerkt das Kind selbst nicht |
| Schulalter und Jugend | Anlassbezogen; bei rasch zunehmender Kurzsichtigkeit engmaschiger kontrollieren |
| Etwa 20 bis 40 Jahre | Ohne Risikofaktoren selten notwendig; anlassbezogen bei Kontaktlinsen, Bildschirmbeschwerden oder für den Führerausweis |
| Ab etwa 40 Jahren | Basisuntersuchung inklusive Augendruck; danach je nach Befund häufig alle zwei bis drei Jahre |
| Ab etwa 60 Jahren | Kürzere Intervalle, weil Katarakt, Glaukom und Makuladegeneration in dieser Lebensphase häufiger werden |
Diese Kontrollen ohne Beschwerden sind in der Regel Selbstzahler-Leistungen — was in welche Kategorie fällt, steht weiter unten im Abschnitt Kosten.
Nach Risikoprofil
Diese Konstellationen verschieben den Beginn nach vorne und die Abstände nach unten. Sie sind der eigentliche Grund, warum eine pauschale Altersregel nicht trägt:
- Glaukom bei Eltern oder Geschwistern. Der Grüne Star beginnt schmerzlos und am Rand des Blickfelds; verlorenes Sehnervengewebe kehrt nicht zurück. Bei familiärer Belastung beginnen die Kontrollen von Augendruck, Sehnerv und Gesichtsfeld früher und finden regelmässig statt.
- Diabetes. Die Netzhautveränderungen bei Diabetes machen lange keine Beschwerden. Deshalb muss die Netzhaut regelmässig kontrolliert werden, auch bei gutem Sehen — Intervall nach Befund, Diabetesdauer und Einstellung. Mehr dazu unter Netzhaut und Glaskörper.
- Hohe Kurzsichtigkeit. Ein stark kurzsichtiges Auge ist länger gebaut, seine Netzhaut dünner gespannt und anfälliger für Risse. Wer stark kurzsichtig ist, sollte die Warnzeichen kennen und die Peripherie regelmässig beurteilen lassen — siehe Kurzsichtigkeit.
- Makuladegeneration in der Familie oder erste Verzerrungen. Wellige Linien und verspringende Buchstaben sollten zeitnah untersucht werden; die altersbedingte Makuladegeneration ist im Frühstadium unauffälliger, als die meisten erwarten.
- Bekannte Augendiagnose oder Zustand nach einer Augenoperation. Nach einer Kataraktoperation, bei Netzhautbefunden oder unter Augentropfentherapie ergibt sich das Intervall aus dem Verlauf.
- Dauertherapie mit bestimmten Medikamenten. Einzelne Wirkstoffe verlangen augenärztliche Verlaufskontrollen. Ob das für Sie gilt, sagt Ihnen die verordnende Ärztin — bringen Sie die Medikamentenliste mit.
- Kontaktlinsen. Linsen sitzen ganztägig auf der Hornhaut. Eine jährliche Kontrolle von Hornhaut und Tränenfilm ist deshalb keine Formalität, besonders wenn die Augen abends brennen — siehe trockene Augen.
Und unabhängig von jedem Intervall: Einige Zeichen warten nicht auf den nächsten freien Vorsorgetermin. Sie sind allerdings nicht gleich dringend, deshalb trennen wir sie hier.
Sofort — in den nächsten Stunden, nicht «heute noch»: ein plötzlicher, schmerzloser Sehverlust auf einem Auge; starke Augenschmerzen mit rotem Auge, Übelkeit und Farbringen um Lichtquellen; jede Verätzung mit Chemikalien — dabei zuerst das Auge mindestens 15 Minuten ausgiebig mit Wasser spülen. Nehmen Sie in diesen Fällen einen Weg, der nicht davon abhängt, ob wir offen haben: die Notfallstation einer Augenklinik oder der augenärztliche Notfalldienst; bei bedrohlichem Allgemeinzustand rufen Sie den Rettungsdienst (144). Nicht auf einen Rückruf warten.
Noch am selben Tag abklären lassen: Lichtblitze zusammen mit vielen neuen schwarzen Punkten; ein Schatten, der von der Seite ins Blickfeld wandert; plötzliche Doppelbilder; jede Verletzung und jeder Fremdkörper. Hinter Blitzen und neuen Punkten steckt meist eine harmlose Glaskörperabhebung, manchmal aber ein Riss, aus dem eine Netzhautablösung mit Schatten oder Vorhang im Blickfeld entsteht; unterscheiden lässt sich das nur an der erweiterten Pupille. Rufen Sie uns dafür an: +41 44 500 69 00, Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Ausserhalb dieser Zeiten gilt der augenärztliche Notfalldienst.
Die einzelnen Verfahren
Kein Termin umfasst alles davon. Was gemacht wird, entscheidet die Fragestellung — und wir sagen Ihnen jeweils, warum ein Gerät gerade jetzt sinnvoll ist.
Sehschärfe (Visus)
Gemessen wird, wie feine Details Ihr Auge noch auflösen kann — einzeln pro Auge, in die Ferne und in die Nähe, mit und ohne Korrektur. Zuerst misst ein Gerät die Brillenwerte objektiv, danach stimmen wir sie mit Ihnen zusammen ab: Sie vergleichen zwei Gläser und sagen, welches klarer ist. Es ist keine Prüfung, die man bestehen oder nicht bestehen kann, und Raten ist ausdrücklich erlaubt. Warum dieser zweite Schritt den ersten nicht ersetzt und weshalb bei Kindern zusätzlich Tropfen nötig sind, damit die Linse eine Weitsichtigkeit nicht überspielt, steht unter objektive und subjektive Refraktion im Detail. Eine gute Sehschärfe schliesst übrigens keine Augenerkrankung aus — Glaukom und frühe Netzhautveränderungen laufen bei voller Sehschärfe ab.
Augendruck (Tonometrie)
Gemessen wird der Druck im Augeninneren, ein zentraler Wert in der Glaukomabklärung. Kontaktlos geschieht das mit einem kurzen Luftstoss — der Puff erschreckt beim ersten Mal, tut aber nicht weh. Genauer ist die Messung an der Spaltlampe nach einem betäubenden Tropfen: Sie spüren nichts und sehen für einen Moment ein blaues Licht. Solange der betäubende Tropfen wirkt — etwa eine halbe Stunde — reiben Sie bitte nicht am Auge; Sie würden eine Verletzung nicht spüren. Zwei Dinge sagen wir dazu offen: Ein normaler Augendruck schliesst ein Glaukom nicht aus, und ein erhöhter Wert beweist keines. Deshalb gehören Sehnervenkopf und Gesichtsfeld immer zur Beurteilung dazu, und deshalb messen wir auch die Hornhautdicke, wenn der Wert grenzwertig ist.
Spaltlampe (Biomikroskopie)
Ein Mikroskop mit einem schmalen, hellen Lichtspalt, das den vorderen Augenabschnitt in optischen Schnitten zeigt: Lidränder, Tränenfilm, Bindehaut, Hornhaut, Vorderkammer, Regenbogenhaut und Linse. Sie legen Kinn und Stirn an, schauen an einer Marke vorbei und halten für ein paar Sekunden still. Das Licht ist hell, die Untersuchung selbst tut nicht weh. Manchmal geben wir einen orangefarbenen Farbstoff ins Auge, der Oberflächendefekte der Hornhaut sichtbar macht — er färbt die Tränen kurz ein und wird von selbst ausgewaschen. Weiche Kontaktlinsen setzen Sie nach dem Farbstoff erst nach einigen Stunden wieder ein, sonst färben sie sich an.
Funduskopie (Augenhintergrund)
Die direkte Beurteilung von Sehnervenkopf, Makula, Netzhautgefässen und Netzhautperipherie. Für die Peripherie braucht es die erweiterte Pupille, für einen Blick auf Sehnerv und Makula oft nicht. Angenehm ist diese Untersuchung nicht: Das Licht ist sehr hell, und Sie sehen danach einige Minuten lang farbige Nachbilder. Weh tut sie nicht, und sie ist der Grund, weshalb sich viele Erkrankungen finden lassen, bevor sie Beschwerden machen.
OCT (optische Kohärenztomografie)
Ein Schnittbild der Netzhaut in mikroskopischer Auflösung — ohne Berührung, ohne Strahlung, ohne Spritze. Sie schauen wenige Sekunden auf einen Fixationspunkt, während das Gerät misst. Die OCT zeigt Flüssigkeit, Schwellungen, Membranen und die Dicke der Nervenfaserschicht am Sehnerv und macht den Verlauf über Jahre vergleichbar. Sie ersetzt die Untersuchung am Auge nicht, sondern beantwortet Fragen, die das blosse Hinschauen offenlässt.
Gesichtsfeld (Perimetrie)
Gemessen wird, was Sie wahrnehmen, ohne den Blick zu bewegen — und wie empfindlich das Auge an jeder einzelnen Stelle ist. Für die Glaukomdiagnostik und deren Verlaufskontrolle ist das unverzichtbar, ebenso für Fragen zur Fahreignung und für neurologische Fragestellungen. Ehrlicherweise ist es die anstrengendste Untersuchung des Tages: ein Auge abgedeckt, den Blick starr auf die Mitte gerichtet, und bei jedem noch so schwachen Lichtpunkt drücken — fünf bis zehn Minuten pro Auge, mit voller Konzentration. Punkte zu verpassen ist normal und eingeplant. Die erste Messung fällt häufig schlechter aus als spätere, weil die Aufgabe ungewohnt ist. Deshalb beurteilen wir Verläufe und nicht Einzelwerte.
Hornhauttopographie
Eine Vermessung von Form und Krümmung der Hornhautoberfläche, dargestellt als farbige Karte. Sie dauert Sekunden, berührt das Auge nicht und verlangt nur, dass Sie einen Ring aus Lichtern anschauen. Gebraucht wird sie bei ausgeprägter Hornhautverkrümmung, bei der Anpassung formstabiler Kontaktlinsen, vor einer Operation des Grauen Stars, wo sie zusammen mit der Biometrie die Planung der Kunstlinse stützt — vor allem bei torischen Linsen und bei unregelmässiger Hornhaut. Am wichtigsten ist sie beim Verdacht auf einen Keratokonus, den man an der Spaltlampe früh nicht sieht, auf der Karte aber schon.
Der Sehtest
«Sehtest» ist im Alltag ein Sammelbegriff, und je nachdem, wo Sie ihn machen, meint er etwas anderes. Beim Optiker steht die Bestimmung der Brillenwerte im Vordergrund. Beim Augenarzt ist er ein Teil der Untersuchung — und zwar der Teil, der die Frage stellt, die anschliessend beantwortet wird.
Ein augenärztlicher Sehtest umfasst in der Regel:
- die objektive Messung der Brechkraft mit dem Autorefraktometer als Ausgangspunkt
- die subjektive Feinabstimmung in der Ferne, bei der Sie zwei Gläser vergleichen
- die Nahprüfung — ab etwa Mitte vierzig der häufigste Grund, weshalb Menschen überhaupt kommen
- die Prüfung jedes Auges einzeln und beider Augen zusammen, inklusive Zusammenspiel und Stereosehen
- bei entsprechender Fragestellung Farbsehen und eine orientierende Prüfung des Gesichtsfelds
- den Blick auf das Auge selbst, damit eine nachlassende Sehschärfe nicht unerklärt bleibt
Das ist der eigentliche Unterschied, und er lässt sich in einem Satz sagen: Ein Sehtest sagt Ihnen, wie gut Sie sehen. Er sagt Ihnen nicht, warum. Wenn die Sehschärfe nachgelassen hat, ist die neue Brille eine Antwort auf die Folge, nicht auf die Ursache. Manchmal ist genau das richtig — eine Alterssichtigkeit braucht eine Lesebrille und sonst nichts. Manchmal steckt eine beginnende Linsentrübung, eine Fehlsichtigkeit, die sich rasch verändert, oder eine Netzhautveränderung dahinter. Auffällig ist vor allem das schnelle Wechseln der Brillenwerte: Wer innerhalb kurzer Zeit mehrfach neue Gläser braucht, sollte die Augen untersuchen lassen und nicht nur die Brille.
Für den Führerausweis gelten in der Schweiz festgelegte Anforderungen an Sehschärfe und Gesichtsfeld, die sich nach der Ausweiskategorie richten. Wir prüfen Sehschärfe und Gesichtsfeld nach den Anforderungen Ihrer Ausweiskategorie und stellen Ihnen den augenärztlichen Befund aus. Die verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung ab 75 Jahren und die Untersuchungen für die Gruppe 2 (C, D, Taxi) verlangen zusätzlich einen dafür anerkannten Arzt — sagen Sie uns bei der Anmeldung, worum es geht, dann klären wir vorher, ob wir der richtige Ort sind. Diese Untersuchungen erfolgen auf Verlangen Dritter und sind deshalb keine Leistung der Grundversicherung.
Alles Weitere zum Sehtest — was genau geprüft wird, wie lange er dauert, wann der Optiker genügt und wann es die Augenärztin braucht, und was er bei Kindern anders macht — steht auf unserer Detailseite: Sehtest beim Augenarzt. Wenn Sie einen Termin ausschliesslich für einen Sehtest möchten, sagen Sie das bei der Anmeldung — dann planen wir die passende Zeit ein.
Kinder und Jugendliche
Kinder klagen selten über schlechtes Sehen, und das hat einen einfachen Grund: Sie haben keinen Vergleich. Wer mit einem Auge von Anfang an unscharf sieht, hält das für normal. Das Gehirn unterdrückt das schlechtere Bild, und diese Unterdrückung lässt sich umso schwerer rückgängig machen, je älter das Kind ist. Deshalb ist die Kinderaugenheilkunde einer der wenigen Bereiche, in denen eine Untersuchung ohne jeden Anlass wirklich etwas ändert.
Untersuchen lassen, sobald etwas davon auffällt: Schielen, auch wenn es nur zeitweise oder nur bei Müdigkeit auftritt; eine schiefe Kopfhaltung beim Fernsehen oder Lesen; sehr naher Leseabstand; häufiges Augenreiben, Blinzeln oder Zukneifen; Kopfschmerzen gegen Abend; Lichtscheu; ein Kind, das beim Ballspiel oder auf der Treppe auffallend unsicher ist.
Ein weisslicher oder fehlender roter Reflex (Rotreflex) auf einem Blitzlichtfoto muss umgehend augenärztlich abgeklärt und darf nicht beobachtet werden — das ist eines der wenigen Zeichen im Kindesalter, bei denen Tage zählen. Bei einem Säugling oder Kleinkind mit weisslichem Pupillenbild rufen Sie uns deshalb nicht zuerst an, sondern melden sich direkt in einer Kinderaugenklinik oder einer augenärztlichen Notfallstation — wir helfen beim Weg dorthin, wenn Sie uns erreichen.
Der Ablauf unterscheidet sich vom Erwachsenentermin. Statt Buchstaben zeigen wir Bilder oder Symbole, die auch Kinder benennen können, die noch nicht lesen. Die Brillenwerte bestimmen wir bei Kindern in der Regel unter pupillenerweiternden und die Naheinstellung entspannenden Tropfen: Kinder können ihre Augenlinse so stark nachstellen, dass eine Weitsichtigkeit ohne diese Tropfen regelmässig übersehen wird. Die Tropfen brennen kurz und wirken bei Kindern länger nach als bei Erwachsenen — planen Sie den Rest des Tages ohne Hausaufgaben und ohne Bildschirmarbeit, und geben Sie dem Kind für den Heimweg eine Sonnenbrille oder eine Mütze mit Schirm mit. Sehr selten machen diese Tropfen ein Kind für ein paar Stunden rot im Gesicht, unruhig oder etwas fiebrig. Das geht von selbst vorüber — wenn es Sie beunruhigt, rufen Sie an.
Wir untersuchen Kinder ab Kindergartenalter. Bei Säuglingen und Kleinkindern, bei ausgeprägtem Schielen und bei komplexen Formen der Schwachsichtigkeit klären wir am Telefon, ob eine auf Kinderaugenheilkunde spezialisierte Sprechstunde der bessere Ort ist. Das sagen wir lieber vor dem Termin als nach einer Stunde Wartezeit. Rufen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind: +41 44 500 69 00.
Was Sie mitbringen sollten — und wie lange es dauert
Ein gut vorbereiteter Termin spart Ihnen einen zweiten. Diese Liste ist kurz, aber jeder Punkt darauf hat schon einmal eine Untersuchung unvollständig gemacht:
- Versichertenkarte und, falls vorhanden, das Zuweisungsschreiben
- alle Brillen, die Sie benutzen — Fern-, Lese- und Bildschirmbrille, auch die alten
- Kontaktlinsen samt Behälter. Vor einer Hornhauttopographie sollten weiche Linsen einige Tage, formstabile länger weggelassen werden; was für Sie gilt, sagen wir bei der Terminvereinbarung
- die Medikamentenliste, inklusive Augentropfen und Nahrungsergänzungsmitteln
- frühere Befunde, Arztberichte, Operationsausweise und Linsenpässe
- eine Sonnenbrille und, wenn getropft wird, eine Begleitperson oder ein Billett
- Ihre Fragen, aufgeschrieben. In der Sprechstunde fällt einem regelmässig genau die eine nicht ein
Zur Dauer: Rechnen Sie mit fünfundvierzig bis neunzig Minuten, wenn die Pupille erweitert wird — der grösste Teil davon ist Wartezeit, bis die Tropfen wirken. Eine gezielte Kontrolle ohne Tropfen dauert deutlich kürzer. Kommen Gesichtsfeld oder OCT dazu, verlängert sich der Termin. Wir planen realistisch und sagen Ihnen die zu erwartende Dauer bei der Anmeldung; legen Sie trotzdem keinen Anschlusstermin unmittelbar dahinter.
Sehklinik Zürich
Hallenstrasse 8, 8008 Zürich. Sprechzeiten Montag bis Freitag 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Telefon +41 44 422 25 55. Mit dem öffentlichen Verkehr erreichen Sie uns ab Bahnhof Stadelhofen in wenigen Gehminuten oder mit Tram und Bus bis Kreuzplatz — angesichts der Tropfen die angenehmere Variante. Anfahrt, Parkmöglichkeiten und Team unter Standort Zürich.
Sehklinik Wetzikon
Bahnhofstrasse 126, 8620 Wetzikon. Sprechzeiten Montag bis Freitag 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Telefon +41 44 930 61 00. Besucherparkplätze gehören zur Liegenschaft, mit der Bahn sind es vom Bahnhof Wetzikon rund zwölf Gehminuten, mit dem Bus bis zur Haltestelle Schloss eine. Details unter Standort Wetzikon.
Sehklinik Meilen
Dorfstrasse 94, 8706 Meilen. Sprechzeiten Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 08:00–12:00 / 13:00–17:30; am Mittwoch sind die Zeiten variabel, fragen Sie telefonisch nach. Telefon +41 44 923 03 81. Vom Bahnhof Meilen sind es zwei Gehminuten. Details unter Standort Meilen.
Termine vereinbaren Sie an allen drei Standorten online oder telefonisch über die zentrale Nummer +41 44 500 69 00. Schriftliche Anliegen nehmen wir über das Kontaktformular entgegen. Einen Überblick über unsere übrigen Sprechstunden finden Sie unter Augenheilkunde.
Kosten & Krankenkasse
Was bezahlt die Kasse — und was nicht?
Über die Kostenübernahme entscheidet nicht das Gerät, sondern der Grund Ihres Besuchs. Weil daraus die meisten Missverständnisse entstehen, hier so genau, wie es sich sagen lässt.
| Leistung | Vergütung | Das heisst für Sie |
|---|---|---|
Untersuchung bei Beschwerden oder konkretem Verdacht | Grundversicherung | Wer mit einem Symptom kommt — schlechteres Sehen, rotes Auge, Lichtblitze, Doppelbilder, Schmerzen —, hat eine medizinische Indikation. Die Untersuchung und die dafür nötigen Zusatzuntersuchungen werden über die Grundversicherung abgerechnet. Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. |
Verlaufskontrolle bei bekannter Diagnose | Grundversicherung | Glaukom, Diabetes, Makuladegeneration, Netzhautbefunde, Zustand nach einer Augenoperation: Die Kontrolle ist medizinisch begründet, auch wenn Sie sich gut fühlen und gut sehen. Das Intervall ergibt sich aus dem Befund. |
Vorsorge ohne Beschwerden und ohne Risikofaktor | Selbstzahler | Wer sich ohne Symptom, ohne Grunderkrankung und ohne familiäre Belastung einfach einmal kontrollieren lassen möchte, hat keine medizinische Indikation im Sinne der Grundversicherung. Diese Untersuchung stellen wir Ihnen privat in Rechnung — und wir sagen Ihnen das vorher, nicht mit der Rechnung. |
Untersuchung auf Verlangen Dritter (Führerausweis, Arbeitgeber, Tauglichkeit) | Selbstzahler | Eine Untersuchung, die jemand anderes verlangt, ist keine Krankheitsbehandlung. Sie bezahlen sie selbst, unabhängig vom Ergebnis. Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten auf Beleg — fragen Sie dort nach, bevor Sie kommen. |
Brillen- und Kontaktlinsenbestimmung ohne Krankheitsverdacht | Selbstzahler | Die reine Bestimmung der Korrekturwerte ist bei Erwachsenen keine Pflichtleistung. Ergibt sich dabei ein krankhafter Befund, ändert sich die Beurteilung: Der weitere Abklärungsteil ist dann medizinisch indiziert. Gläser und Fassung bezahlen Erwachsene in der Regel selbst; einzelne Zusatzversicherungen beteiligen sich. |
Augenuntersuchung bei Kindern und Jugendlichen | Eigene Regeln — nicht automatisch Selbstzahler | Für Kinder und Jugendliche gilt die Selbstzahler-Regel oben nicht unbesehen: Die Abklärung von Schielen, einseitiger Fehlsichtigkeit und Schwachsichtigkeit ist eine medizinische Fragestellung und wird in der Regel über die Grundversicherung abgerechnet; Kinder haben im Standardmodell keine Franchise (eine gewählte Wahlfranchise bleibt vorbehalten), der Selbstbehalt gilt. Auch für Brillengläser bestehen abweichende Regelungen. Was in Ihrem Fall gilt, klären wir vor dem Termin mit Ihnen. |
Zusatzuntersuchungen: OCT, Gesichtsfeld, Hornhauttopographie | Grundversicherung bei medizinischer Indikation | Diese Verfahren sind keine Extras, die man dazubucht, sondern Untersuchungen, die eine Fragestellung verlangt. Liegt eine solche vor, laufen sie über die Grundversicherung; im reinen Screening ohne Indikation nicht. Deshalb machen wir sie gezielt und nicht als Paket. |
Franchise und Selbstbehalt. Von den Kosten, die über die Grundversicherung laufen, tragen Sie zuerst Ihre gewählte Franchise vollständig selbst, danach den Selbstbehalt von zehn Prozent bis zum gesetzlichen Höchstbetrag pro Jahr. Eine Untersuchung «auf Kassenkosten» ist deshalb für Sie selten kostenlos. Das ist keine Besonderheit unserer Klinik, sondern die Systematik der Schweizer Grundversicherung — und der Grund, weshalb sich die Frage nach der Rechnung vor dem Termin klären lässt und nicht erst danach.
Im Zweifel fragen Sie vorher. Der häufigste Grund für Ärger über eine Augenarztrechnung ist nicht ihre Höhe, sondern die Überraschung. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung, weshalb Sie kommen; dann sagen wir Ihnen, in welche Kategorie Ihr Termin fällt. Schriftlich erreichen Sie uns über das Kontaktformular, für einen Termin genügt die Online-Vereinbarung.
Zuweisende Ärztinnen und Ärzte finden die Angaben zu Anmeldung, Befundübermittlung und Rückmeldung unter Zuweisungen.
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Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Andrea von Rückmann
Häufige Fragen
- Für Erwachsene ohne Beschwerden und ohne Risikofaktoren ist ab etwa vierzig Jahren eine erste Basisuntersuchung mit Augendruckmessung sinnvoll, danach je nach Befund häufig alle zwei bis drei Jahre. Ab etwa sechzig werden die Intervalle kürzer, weil Grauer Star, Grüner Star und Makuladegeneration in dieser Lebensphase häufiger werden. Wer ein Glaukom in der Familie hat, an Diabetes leidet, stark kurzsichtig ist oder bereits eine Augendiagnose trägt, sollte früher und regelmässiger untersucht werden — hier gibt der Befund das Intervall vor, nicht der Kalender. Eine verbindliche Vorsorgeregel wie beim Zahnarzt gibt es in der Schweiz für die Augen nicht, und wir tun nicht so, als gäbe es sie.
- Wenn die Pupille mit Tropfen erweitert wurde: nein. Die Tropfen brauchen rund zwanzig bis dreissig Minuten, bis sie wirken, und klingen über mehrere Stunden wieder ab. In dieser Zeit sehen Sie in der Nähe unscharf und sind deutlich blendempfindlich — beides ist mit dem Führen eines Fahrzeugs nicht vereinbar. Kommen Sie deshalb mit dem öffentlichen Verkehr, lassen Sie sich abholen, und bringen Sie eine Sonnenbrille mit. Sehr selten löst die Erweiterung bei sehr engem Kammerwinkel einen Glaukomanfall aus: Wenn in den Stunden nach dem Termin das Auge stark schmerzt, rot wird, hart wirkt, Sie Farbringe um Lichtquellen sehen oder Ihnen übel wird, rufen Sie sofort an — ausserhalb der Sprechzeiten den augenärztlichen Notfalldienst oder direkt die Notfallstation einer Augenklinik. Warten Sie damit nicht bis zum nächsten Tag.
- Das hängt nicht vom Gerät ab, sondern vom Grund Ihres Besuchs. Kommen Sie mit Beschwerden, mit einem Verdacht oder zur Kontrolle einer bekannten Diagnose, besteht eine medizinische Indikation und die Untersuchung läuft über die Grundversicherung; Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. Kommen Sie ohne Symptom und ohne Risikofaktor zu einem reinen Vorsorge-Screening, ist das keine Pflichtleistung der Grundversicherung und wird Ihnen privat in Rechnung gestellt. Dasselbe gilt für Untersuchungen auf Verlangen Dritter, etwa für den Führerausweis oder den Arbeitgeber. Wir sagen Ihnen vor der Untersuchung, in welche Kategorie Ihr Termin fällt — nicht danach.
- In der Regel nicht: Augenärztinnen und Augenärzte sind in der Schweiz direkt zugänglich, Sie können ohne Zuweisung einen Termin vereinbaren. Anders ist es, wenn Ihr Versicherungsmodell das vorschreibt — Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modelle verlangen je nach Vertrag den Erstkontakt über die vereinbarte Stelle. Prüfen Sie das im Zweifel kurz bei Ihrer Krankenkasse, bevor Sie kommen. Bringen Sie ein vorhandenes Zuweisungsschreiben und frühere Befunde mit, das erspart doppelte Untersuchungen.
- Rechnen Sie mit etwa fünfundvierzig bis neunzig Minuten, wenn die Pupille erweitert werden soll — der grösste Teil davon ist Wartezeit, bis die Tropfen wirken. Eine gezielte Kontrolle ohne Tropfen, etwa eine Augendruckmessung mit Spaltlampenuntersuchung, ist deutlich kürzer. Kommen Zusatzuntersuchungen wie Gesichtsfeld oder OCT dazu, verlängert sich der Termin entsprechend. Planen Sie den Nachmittag nicht zu eng: Ein Auge lässt sich nicht beschleunigen, und wir möchten am Ende Zeit haben, den Befund mit Ihnen zu besprechen.
- Nur dann, wenn der Augenhintergrund vollständig beurteilt werden soll. Die Netzhautperipherie — dort, wo Risse und Löcher entstehen — lässt sich durch eine enge Pupille nicht zuverlässig einsehen. Für eine Brillenbestimmung, eine reine Druckkontrolle oder die Beurteilung des vorderen Augenabschnitts ist die Erweiterung dagegen oft nicht nötig. Wir entscheiden das nach der Fragestellung und nicht routinemässig, und wir sagen Ihnen vorher, was für Ihren Termin gilt.
- Eine augenärztliche Kontrolle im Vorschulalter ist auch dann sinnvoll, wenn nichts auffällt — Kinder vergleichen nicht, ein Auge kann jahrelang schlechter sehen, ohne dass es jemand bemerkt. Früher muss ein Kind untersucht werden, sobald etwas auffällt: Schielen, auch nur zeitweise, eine schiefe Kopfhaltung, sehr naher Leseabstand, häufiges Augenreiben oder Kopfschmerzen. Ein weisslicher oder fehlender roter Reflex (Rotreflex) auf einem Blitzlichtfoto muss umgehend abgeklärt und darf nicht beobachtet werden — bei einem Säugling oder Kleinkind rufen Sie dafür nicht zuerst uns an, sondern melden sich direkt in einer Kinderaugenklinik oder einer augenärztlichen Notfallstation. Wir untersuchen Kinder ab Kindergartenalter; bei Säuglingen und Kleinkindern klären wir am Telefon, ob eine auf Kinderaugenheilkunde spezialisierte Sprechstunde der bessere Ort ist, und helfen beim Weg dorthin.
Ein Termin, nach dem Sie wissen, was der nächste Schritt ist.
Sagen Sie uns am Telefon, worum es geht — Kontrolle, Beschwerden, Sehtest oder eine zweite Meinung. Dann planen wir die richtige Untersuchungszeit ein und sagen Ihnen vorher, ob getropft wird und ob Sie das Auto besser stehen lassen.
+41 44 500 69 00 — Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Oder schriftlich über das Kontaktformular.
