Netzhaut & Glaskörper
Blitze und schwarze Punkte: hintere Glaskörperabhebung — meist harmlos
Plötzlich schwimmen dunkle Punkte, Fäden oder Spinnweben durchs Blickfeld, und am Rand zuckt es hell auf: Dahinter steckt fast immer eine hintere Glaskörperabhebung — ein normaler Alterungsvorgang des Auges, keine Krankheit und kein Notfall. Einmal muss trotzdem jemand mit erweiterter Pupille auf die Netzhaut schauen. Denn dieselben Beschwerden macht auch ein Netzhautriss, und den erkennt man nur so.
Was eine hintere Glaskörperabhebung ist — und warum sie normal ist
Der Glaskörper füllt den Raum zwischen Linse und Netzhaut. Er besteht überwiegend aus Wasser, dazu aus einem feinen Gerüst von Kollagenfasern, und ist im jungen Auge gleichmässig gelartig. Mit den Jahren verflüssigt sich dieses Gel und das Gerüst zieht sich zusammen. Irgendwann löst sich der Glaskörper von der Netzhaut, an der er bis dahin anlag. Genau das ist die hintere Glaskörperabhebung. In Arztberichten steht dafür oft nur die Abkürzung HGA, im Gespräch meist die Kurzform «Glaskörperabhebung» — gemeint ist jedes Mal dasselbe.
Sie ist keine Erkrankung, sondern ein Vorgang, den das Auge im Lauf des Lebens durchmacht. Am häufigsten geschieht das in der zweiten Lebenshälfte; bei kurzsichtigen Augen früher, weil der Augapfel länger gebaut ist und der Glaskörper sich entsprechend früher verändert. Auslöser ist nichts, was Sie getan oder unterlassen haben: Bildschirmarbeit, Lesen bei schlechtem Licht, Stress oder Anstrengung führen keine Glaskörperabhebung herbei.
Deshalb ist die Liste dessen, was nach einer unauffälligen Untersuchung nicht nötig ist, so lang: keine Augentropfen, kein Sport- oder Bildschirmverbot, keine Ernährungsumstellung, keine Nahrungsergänzung, in aller Regel auch keine Serie von Kontrollterminen. Nötig ist zuerst genau eine Sache — dass einmal jemand mit erweiterter Pupille bis an den Rand der Netzhaut schaut. Bis dahin verhalten Sie sich ruhig: kein Sport, keine schweren Lasten, kein Reiben am Auge. Warum diese eine Untersuchung der ganze Punkt ist, steht weiter unten.
Wo dieser Vorgang unter den übrigen Befunden des Augenhintergrunds steht — vom Makulapucker bis zur diabetischen Retinopathie —, zeigt die Übersicht zu Netzhaut und Glaskörper.
Mouches volantes: was da im Blickfeld schwimmt
«Fliegende Mücken», Spinnweben, Fussel, Ringe, Fäden — oder schlicht schwarze Flecken im Auge: Für dasselbe Phänomen gibt es so viele Beschreibungen wie Betroffene. Der französische Fachbegriff dafür lautet Mouches volantes, der deutsche «Glaskörpertrübungen». Sie sind nicht die Glaskörperabhebung selbst, sondern das, was man von ihr sieht.
Physikalisch passiert Folgendes: Beim Verflüssigen verklumpen die Kollagenfasern des Glaskörpers zu feinen Strängen und Flocken. Diese liegen nicht auf der Netzhaut, sondern schwimmen davor und werfen einen Schatten auf sie. Deshalb bewegen sich die Punkte mit dem Blick mit und driften nach, wenn Sie das Auge anhalten — man kann sie nicht fixieren, sie weichen aus. Häufig löst sich beim Ablösen auch ein ringförmiger Rest vom Sehnervenkopf: Wer plötzlich einen Kringel oder ein «O» sieht, sieht meist genau den.
Warum sie im Hellen stärker auffallen
Ein Schatten braucht eine helle, gleichmässige Fläche, um sichtbar zu werden. Genau deshalb sind Mouches volantes vor einer weissen Wand, vor Schnee, vor dem Himmel und vor einem hellen Bildschirm am deutlichsten und im gemusterten Wohnraum fast verschwunden. Dasselbe gilt für die enge Pupille bei Sonne: Sie macht den Schattenwurf schärfer. Eine Sonnenbrille verringert diesen Effekt — einer der wenigen «Tricks», die erfahrungsgemäss etwas bringen. Behandelt wird damit nichts; die Trübung bleibt, sie fällt nur weniger auf.
Was gegen Mouches volantes nicht hilft
Für Augentropfen, Nahrungsergänzungsmittel und Augentraining gibt es bei Glaskörpertrübungen keinen belegten Nutzen — wir verkaufen Ihnen dazu nichts und raten auch von Präparaten ab, die im Internet mit genau dieser Indikation beworben werden. Was tatsächlich hilft, ist unspektakulär: zu wissen, was man sieht und dass es — sofern die Netzhaut untersucht und unauffällig ist — keinen Schaden anrichtet. Denn wer die Punkte sucht, findet sie zuverlässig; wer aufhört, sie zu suchen, nimmt sie mit der Zeit weniger wahr. Wie rasch das geht, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Wichtig ist die Unterscheidung, die diese Seite tragen soll: Der alte Bestand ist selten das Problem, die plötzliche Zunahme schon. Seit Jahren bekannte, unveränderte Mücken brauchen keine Behandlung und keinen Termin. Was neu ist, gehört einmal angeschaut.
Wann es keine harmlose Glaskörperabhebung ist
An den meisten Stellen löst sich der Glaskörper von der Netzhaut, ohne dass etwas passiert. An einzelnen Stellen haftet er fester — und dort kann sein Zug die Netzhaut einreissen. Ein plötzlicher Schwarm feiner schwarzer Punkte, für den sich der Ausdruck Russregen eingebürgert hat, stammt oft aus einem solchen Riss: Blutzellen und Pigment gelangen in den Glaskörper, und die sieht man. Er kommt aber auch bei einer unkomplizierten Abhebung vor — von aussen ist beides nicht zu unterscheiden, und deshalb gilt für beides dieselbe Frist. Bleibt ein Riss unentdeckt, kann verflüssigter Glaskörper unter die Netzhaut laufen und sie abheben.
Ein Notfall, der noch davor kommt: Ein plötzlicher, kompletter Sehverlust auf einem Auge — vor allem zusammen mit Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen, Sprach-, Sprech- oder Lähmungserscheinungen — gehört nicht in unsere Sprechstunde, sondern sofort auf die Notfallstation: rufen Sie den Rettungsdienst (144). Dahinter kann ein Gefässverschluss oder eine Gefässentzündung stecken, bei denen Minuten und Stunden zählen.
Noch am selben Tag abgeklärt gehört jede der folgenden Situationen:
- ein dunkler Schatten oder Vorhang, der ins Blickfeld wandert oder grösser wird
- neue Lichtblitze, besonders wenn sie über Stunden anhalten oder zunehmen
- plötzlich sehr viel mehr schwarze Punkte als bisher, oder ein Schwarm, den Sie so noch nie gesehen haben
- eine rasche, schmerzlose Sehverschlechterung auf einem Auge
- dieselben Zeichen nach einer Augenoperation, einem Schlag aufs Auge oder einem Unfall — auch Wochen danach
Diese Liste ist wörtlich dieselbe wie auf der Seite, die den Ernstfall beschreibt, und das ist Absicht: Es sind exakt die Zeichen, mit denen sich eine Netzhautablösung ankündigt — Warnsignale, Zeitfenster und Notfallverhalten bei einer Netzhautablösung. Wer sie kennt, braucht sich vor einer Glaskörperabhebung nicht zu fürchten. Wer sie nicht kennt, verschiebt den Anruf, weil nichts weh tut — und das ist der eigentliche Grund, weshalb aus einem gut behandelbaren Befund ein bleibender Schaden wird.
Etwas aufmerksamer sein sollten Sie, wenn eine dieser Konstellationen auf Sie zutrifft: eine ausgeprägte Kurzsichtigkeit, ein Auge nach einer Operation des Grauen Stars, eine Prellung oder Verletzung des Auges, bekannte dünne Netzhautstellen oder Netzhautablösungen in der Familie. Ein Risikofaktor ist keine Diagnose — er ist ein Grund, die Zeichen oben auswendig zu kennen.
Was nicht zu einer Glaskörperabhebung gehört und deshalb auch nicht auf sie zurückgeht: Schmerz, ein rotes Auge, Sekret, verklebte Lider. Ein schmerzhaftes rotes Auge ist ebenfalls ein Fall für denselben Tag, nur ein anderer. Und umgekehrt gilt: Ein einzelner, seit Langem bekannter Punkt, der sich nicht verändert hat, ist kein Notfall und war es nie.
Warum eine gründliche Untersuchung mit erweiterter Pupille nötig ist
«Hintere Glaskörperabhebung» ist keine Diagnose, die man aus der Beschreibung stellen kann. Sie ist die Antwort, die übrig bleibt, wenn ein Netzhautriss ausgeschlossen ist — und dieser Ausschluss ist die eigentliche Leistung. Von aussen sehen die harmlose Abhebung und der gefährliche Riss identisch aus, weil beide dieselben Blitze und denselben Schwarm erzeugen. An der erweiterten Pupille lassen sie sich auseinanderhalten.
Dahinter steht ein Zeitfenster, das sich schliesst. Ein Riss ohne abgelöste Netzhaut lässt sich ambulant an der Spaltlampe mit dem Laser umstellen: Der Laser setzt rund um den Riss feine Herde, aus denen in den folgenden Tagen eine Narbe entsteht, die die Netzhaut mit ihrer Unterlage verklebt. Das dauert in der Regel wenige Minuten. Hat sich die Netzhaut erst abgelöst, ist dieser Weg versperrt und es braucht eine Operation — je nach Befund im Augeninneren (Vitrektomie) oder von aussen mit einer aufgenähten Plombe. Welches Verfahren wann infrage kommt, beschreiben wir bei der Netzhautablösung. Zwischen diesen beiden Situationen liegen manchmal nur Tage — und genau dieses Fenster ist der Grund, weshalb wir bei neuen Beschwerden nicht auf den nächsten freien Termin vertrösten.
Was bei diesem Termin passiert:
- Weitstellung der Pupille (Mydriasis). Ohne sie ist die Netzhautperipherie — dort, wo Risse entstehen — nicht zuverlässig beurteilbar. Die Tropfen brauchen rund 20 bis 30 Minuten, bis sie wirken, und klingen über mehrere Stunden ab. Das ist der ehrliche Preis dieser Untersuchung, und wir sagen ihn Ihnen lieber vorher als nachher.
- Funduskopie des gesamten Augenhintergrunds. Die Beurteilung bis weit an den Rand, bei Bedarf mit Eindellung der Augenwand, damit auch die äussersten Anteile einsehbar werden.
- OCT, wo die Frage es verlangt. Ein berührungsloses Schnittbild der Netzhaut — vor allem dann, wenn die Netzhautmitte beteiligt sein könnte oder der Glaskörper dort noch zieht.
- Ultraschall, wenn Blut den Blick verstellt. Eine Blutung im Glaskörper macht die Netzhaut mit Lupe und Licht unsichtbar. Der Ultraschall zeigt auch durch trübe Medien hindurch, ob sie anliegt.
- Das zweite Auge. Es wird mituntersucht, auch wenn es beschwerdefrei ist.
Eine Ausnahme von der Regel «einmal schauen genügt». Zeigt die Untersuchung Blut oder Pigment im Glaskörper, oder war die Netzhautperipherie nicht vollständig einsehbar, sehen wir Sie nach — auch wenn sich nichts verändert hat und die Netzhaut beim ersten Blick anlag. Dann kann sich ein Riss hinter der Trübung verstecken, und der zeigt sich erst, wenn sie sich lichtet. Wann diese Kontrolle stattfindet, sagen wir Ihnen beim Befund; sie ist dann kein Vorsorgetermin, sondern Teil derselben Abklärung.
Für die Frage nach einem Netzhautriss braucht diese Untersuchung keine Blutentnahme, keine Bildgebung des Kopfes und keine Überweisung — anders liegt der Fall bei plötzlichem Sehverlust mit Kopfschmerzen oder Kauschmerz, der mit dem Rettungsdienst (144) in die Notfallstation gehört und dort genau diese Abklärungen braucht. Und was diese Untersuchung nicht leisten kann: einen Netzhautriss ausschliessen, ohne dass die Pupille erweitert wurde. Ein Sehtest, ein Blick auf die Sehschärfe oder eine Druckmessung sagen darüber nichts aus — wer mit Blitzen und Russregen eine Untersuchung ohne Weitstellung erhalten hat, hat die entscheidende Untersuchung nicht erhalten. Was sonst noch zu einer vollständigen augenärztlichen Untersuchung gehört, beschreiben wir separat.
Ist die Netzhaut unauffällig, sagen wir Ihnen genau das — und ob überhaupt eine Verlaufskontrolle sinnvoll ist, entscheidet der Befund und nicht der Kalender. Wenn Ihre Beschwerden neu sind, rufen Sie an; ist der Befund seit Langem unverändert, können Sie den Termin für die Netzhautkontrolle online vereinbaren.
Verlauf und Gewöhnung — was in den nächsten Monaten passiert
Die Lichtblitze hören meist auf, sobald der Glaskörper vollständig abgelöst ist: Sie entstehen durch Zug am Netzhautgewebe, und wo kein Zug mehr ist, blitzt es nicht mehr. Bis dahin können sie über Tage bis Wochen immer wieder auftreten, typischerweise am Rand des Blickfelds und im Dunkeln deutlicher. Neue oder deutlich zunehmende Blitze bleiben allerdings ein Grund anzurufen — auch wenn die Netzhaut vor zwei Wochen in Ordnung war.
Nicht jedes Blitzen kommt aus dem Auge. Ein flimmernder Zickzackbogen, der über etwa 20 bis 30 Minuten langsam durchs Blickfeld wandert, auf beiden Augen gleich erscheint und bei geschlossenen Augen weiterläuft — mit oder ohne anschliessende Kopfschmerzen —, spricht für eine Migräneaura und nicht für einen Zug an der Netzhaut. Ein Netzhautbefund macht dagegen kurze Blitze an einem Auge, meist am Rand des Blickfelds und ohne dieses Wandern. Erleben Sie das zum ersten Mal oder sind Sie unsicher, lassen Sie es abklären: Das Muster ist typisch, aber die Unterscheidung gehört einmal bestätigt.
Die Trübungen nehmen einen anderen Weg. Sie lösen sich nicht auf. Sie sinken im Auge tiefer, wandern aus der Blickachse, und vor allem: Das Gehirn hört auf, sie zu melden. Diese Gewöhnung ist kein Trost, sondern der eigentliche Verlauf — dieselbe Leistung, mit der Sie auch Ihre eigene Nase und den Rand Ihrer Brille nicht mehr sehen. Wie lange das dauert, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden, und bei einem Teil der Betroffenen bleibt eine Trübung dauerhaft störend. Eine Zahl dazu wäre erfunden.
Was diesen Prozess unterstützt, ist bescheiden, aber real: Licht so wählen, dass der Kontrast nicht maximal ist — Bildschirmhelligkeit herunter, Sonnenbrille im Hellen; und aufhören, die Punkte zu kontrollieren. Wer täglich vor der weissen Wand nachzählt, trainiert genau die Aufmerksamkeit, die verschwinden soll.
Ein Zeichen verdient dabei eine eigene Erwähnung, weil es nicht zur Gewöhnung gehört: verzerrtes Sehen — gerade Linien wellen sich, Buchstaben verspringen, ein grauer Fleck sitzt genau dort, wo Sie hinschauen. Das kommt nicht vom Glaskörper, sondern aus der Netzhautmitte, etwa von einem Makulapucker, also einer feinen Membran auf der Netzhaut, einem Makulaloch oder einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Solche Veränderungen gehören untersucht, auch wenn sie sich langsam entwickeln.
Vitrektomie wegen Mouches volantes — selten, und nie nebenbei
Für einen kleinen Teil der Betroffenen bleiben die Trübungen auch nach Monaten wirklich beeinträchtigend: beim Lesen, am Bildschirm, beim Autofahren. Für diese Situation gibt es einen Eingriff. Bei der Vitrektomie wird über feine Zugänge der Glaskörper samt seiner Trübungen entfernt und durch eine klare Flüssigkeit ersetzt. Die Trübungen, die den Schatten werfen, werden dabei mit entfernt. Ein vollständig «sauberes» Bild verspricht der Eingriff aber nicht: An der Netzhautbasis bleibt Glaskörper stehen, und einzelne Trübungen können bleiben oder später neu auffallen.
Der Preis gehört genauso in die Rechnung. Es ist eine Operation im Inneren eines gesunden Auges, und sie bringt die Risiken einer solchen Operation mit: In einem Auge mit eigener Linse entwickelt sich danach häufig ein Grauer Star, der dann seinerseits operiert werden muss. Dazu kommen ein Netzhautriss oder eine Netzhautablösung, ein Anstieg des Augeninnendrucks und — selten, aber schwerwiegend — eine Infektion im Augeninneren. Der Nutzen ist ein Komfortgewinn, das Risiko ist ein Sehrisiko. Diese Rechnung geht nur bei starker, anhaltender Beeinträchtigung auf, und nur, wenn zuvor sauber gezeigt wurde, dass die Trübungen die alleinige Ursache der Beschwerden sind.
Deshalb ist dieser Eingriff ein Wahleingriff und keine medizinische Notwendigkeit — ein Unterschied, der auch für die Kasse zählt, siehe den Abschnitt zu den Kosten weiter unten.
YAG-Vitreolyse: Trübungen «weglasern»
Ein Laser kann grössere Trübungen im Glaskörper zerkleinern, sodass sie weniger auffallen — die sogenannte YAG-Vitreolyse. Ihre Wirksamkeit ist umstritten und das Verfahren ist nicht etabliert: Es wirkt nicht bei jeder Art von Trübung, der Erfolg ist schwer vorherzusagen, und Nebenwirkungen am Auge sind beschrieben. Wenn Sie danach fragen, sagen wir Ihnen, was der Befund an Ihrem Auge dazu hergibt, statt Ihnen einen Termin zu geben.
Was wir tun — und was wir zuweisen
Operationen im Augeninneren führen wir nicht selbst durch. Was wir tun, ist der Teil davor und danach: untersuchen, den Befund einordnen und Ihnen sagen, ob Ihre Beeinträchtigung diesen Eingriff überhaupt trägt. Kommt er im Einzelfall infrage, organisieren wir die Zuweisung an ein netzhautchirurgisches Zentrum; die Kontrollen danach übernehmen wir wohnortnah in Zürich, Wetzikon oder Meilen. Und wenn wir zum Abwarten raten, sagen wir Ihnen auch, warum — und woran Sie merken würden, dass sich die Lage ändert.
Kosten & Krankenkasse
Was bezahlt die Kasse — und was nicht?
Die Abklärung einer hinteren Glaskörperabhebung ist eine medizinische Leistung: Wer neue Blitze, neuen Russregen oder plötzlich viel mehr Punkte sieht, hat eine Indikation. Anders liegt der Fall, wenn ein Eingriff allein deshalb im Raum steht, weil vorhandene Trübungen stören — das ist ein Wahleingriff, und das ändert die Abrechnung.
| Leistung | Vergütung | Das heisst für Sie |
|---|---|---|
Abklärung bei neuen Blitzen, Russregen oder Mouches volantes | Grundversicherung | Untersuchung mit erweiterter Pupille, Funduskopie und — wo die Frage es verlangt — OCT oder Ultraschall sind bei Beschwerden medizinisch indiziert. Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. |
Laserkoagulation eines Netzhautrisses | Grundversicherung bei Indikation | Findet die Untersuchung einen Riss, ist die Behandlung medizinisch indiziert. Sie wird über dieselbe Franchise abgerechnet wie die Abklärung, aus der sie hervorgeht. |
Verlaufskontrolle nach einer hinteren Glaskörperabhebung | Grundversicherung bei Indikation | Eine Kontrolle, die wir nach dem Befund ausdrücklich ansetzen, ist eine medizinische Leistung. Kommen Sie ohne Beschwerden und ohne Indikation zu einer reinen Vorsorgeuntersuchung, klären wir das vorher mit Ihnen ab. |
Vitrektomie ausschliesslich wegen störender Glaskörpertrübungen | An Bedingungen geknüpft | Ein Wahleingriff ohne zwingende medizinische Indikation. Ob und in welchem Umfang die Grundversicherung etwas übernimmt, entscheidet Ihre Kasse im Einzelfall und in der Regel nur nach vorheriger Kostengutsprache. Klären Sie das, bevor ein Operationstermin steht. |
Nahrungsergänzung, Augentraining oder getönte Gläser gegen Mouches volantes | Keine Leistung | Dafür gibt es bei Glaskörpertrübungen weder eine Kassenleistung noch einen belegten Nutzen. Eine Sonnenbrille kann den Schattenwurf im Hellen mildern — sie behandelt aber nichts, und wir verkaufen Ihnen dazu nichts. |
Franchise und Selbstbehalt tragen Sie selbst, wie bei jedem Arztbesuch. Wenn Sie vorher wissen möchten, was auf Sie zukommt, fragen Sie uns danach — am Telefon unter +41 44 500 69 00 oder über das Kontaktformular. Bei neuen Warnzeichen klären wir zuerst ab und regeln das Administrative danach.
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Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Andrea von Rückmann
Häufige Fragen
- Verläuft sie unkompliziert, nicht. Sie ist dann ein normaler Alterungsvorgang des Auges und richtet an der Netzhaut in aller Regel keinen Schaden an. Gefährlich ist nicht die Abhebung selbst, sondern der seltenere Fall, in dem der Glaskörper beim Ablösen die Netzhaut einreisst — und beides macht am Anfang genau dieselben Beschwerden. Seltener bleibt der Glaskörper an der Netzhautmitte hängen und zieht dort weiter; daraus können ein Makulapucker oder ein Makulaloch entstehen. Genau deshalb gehört jede neu aufgetretene Abhebung einmal mit erweiterter Pupille untersucht. Ist die Netzhaut dabei unauffällig, ist die Frage beantwortet: Die Punkte, die Sie sehen, sind dann lästig, aber harmlos.
- Sie lösen sich nicht auf, sie fallen mit der Zeit meist deutlich weniger auf. Zwei Dinge passieren: Die Trübungen sinken im Auge ab und wandern aus der Blickachse, und das Gehirn lernt, ihre Schatten wegzurechnen — dieselbe Gewöhnung, mit der Sie auch Ihre eigene Nase nicht mehr sehen. Wie lange das dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden, und bei einem Teil der Betroffenen bleibt eine Trübung störend. Eine Zahl nennt Ihnen dazu niemand seriös.
- Ja — neu aufgetretene Lichtblitze gehören noch am selben Tag augenärztlich untersucht, ebenso neuer Russregen und ein dunkler Schatten oder Vorhang, der ins Blickfeld wandert oder grösser wird. Warten Sie nicht ab, ob es über Nacht besser wird. Ausserhalb der Sprechzeiten gilt der augenärztliche Notfalldienst. Ein plötzlicher, kompletter Sehverlust auf einem Auge — vor allem mit Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen oder Sprach- und Lähmungserscheinungen — gehört nicht in die Sprechstunde, sondern sofort auf die Notfallstation: rufen Sie den Rettungsdienst (144). Seit Langem bekannte, unveränderte Mücken ohne Blitze sind ein anderer Fall: Die können Sie beim nächsten regulären Termin ansprechen.
- Es sind Verdichtungen im Glaskörper, dem gelartigen Inhalt des Augapfels. Sie liegen nicht auf der Netzhaut, sondern werfen einen Schatten darauf — deshalb wandern die Flecken mit dem Blick mit und driften nach, wenn Sie das Auge anhalten. Am deutlichsten fallen sie vor hellen, gleichmässigen Flächen auf: weisse Wand, Himmel, Bildschirm. Neu aufgetreten gehören sie einmal untersucht; sind sie seit Langem unverändert, sind sie in aller Regel harmlos.
- Operieren ja, in seltenen Fällen: Eine Vitrektomie entfernt den Glaskörper samt seiner Trübungen — ein vollständig «sauberes» Bild verspricht der Eingriff allerdings nicht, weil an der Netzhautbasis Glaskörper stehen bleibt. Das ist ein Wahleingriff im Augeninneren mit echten Risiken — unter anderem Grauer Star, Netzhautriss, Netzhautablösung, Infektion und Druckanstieg —, und deshalb kommt er nur bei starker, anhaltender Beeinträchtigung überhaupt zur Sprache. Die Laserbehandlung von Glaskörpertrübungen (YAG-Vitreolyse) ist in ihrer Wirksamkeit umstritten und nicht etabliert. Operationen im Augeninneren führen wir nicht selbst durch: Wir untersuchen, beraten und organisieren, wo die Indikation es trägt, die Zuweisung.
- In aller Regel ja, meist mit zeitlichem Abstand — der Vorgang betrifft beide Augen, nur selten gleichzeitig. Wenn es so weit ist, gilt dieselbe Regel wie beim ersten Mal: neue Blitze, neuer Russregen oder ein Schatten gehören abgeklärt, auch wenn Sie das Muster inzwischen kennen. Wir untersuchen deshalb bei jeder Kontrolle beide Augen, auch das beschwerdefreie.
- Bei Beschwerden — neue Blitze, neuer Russregen, plötzlich viel mehr Punkte als bisher — ist die Abklärung medizinisch indiziert, und die Kostenübernahme erfolgt über die Grundversicherung. Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. Kommen Sie ohne Beschwerden zu einer reinen Vorsorgeuntersuchung, klären wir das vorher mit Ihnen ab, damit Sie keine Überraschung auf der Rechnung finden. Ein Eingriff allein wegen störender Trübungen ist ein anderer Fall: Er ist ein Wahleingriff, und was Ihre Kasse dazu sagt, klären Sie vorher über eine Kostengutsprache.
Neu aufgetaucht? Einmal richtig nachschauen, dann haben Sie Ruhe.
Sagen Sie uns am Telefon, was Sie sehen und seit wann. Neue Blitze, neuer Russregen oder ein Schatten im Blickfeld gehören noch am selben Tag untersucht; während der Sprechzeiten sehen wir Sie dafür am selben Tag, ausserhalb davon gilt der augenärztliche Notfalldienst. Ist die Netzhaut unauffällig, sagen wir Ihnen das — und Sie müssen nicht wiederkommen, solange sich nichts ändert und der Befund keine ausdrückliche Nachkontrolle verlangt.
+41 44 500 69 00 — Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Ausserhalb der Sprechzeiten gilt der augenärztliche Notfalldienst. Oder Termin online vereinbaren.
