Lidfehlstellungen
Schlupflider: wann es ums Sehen geht — und wann ums Aussehen
«Meine Augen sehen müde aus, dabei bin ich ausgeruht.» Oder: «Ich ziehe beim Lesen unbewusst die Stirn hoch.» Schlupflider sind für die einen eine Frage des Aussehens und für die anderen eine des Sehens. Diese Unterscheidung ist der ganze Unterschied — sie entscheidet, welcher Eingriff überhaupt hilft und wer ihn bezahlt. Wir messen sie, statt sie zu behaupten.
Was ein Schlupflid ist
Fast alle beschreiben dasselbe: eine Hautfalte am Oberlid, die sich über die Lidfalte legt und den Wimpernkranz teilweise oder ganz verdeckt. Bei manchen Menschen legt sich die Haut irgendwann auf die Wimpern, drückt sie nach unten und kann oben ein Stück des Blickfelds wegnehmen. Bei anderen bleibt es dabei, dass die Falte den Lidschatten verschluckt und der Blick schwerer wirkt.
Der medizinische Name dafür ist Dermatochalasis — wörtlich «erschlaffte Haut». Schlupflid und Dermatochalasis meinen dasselbe; der eine Begriff steht im Arztbericht, der andere im Gespräch. Beide sagen zunächst nichts darüber aus, ob der Befund behandlungsbedürftig ist.
Entstanden ist er durch mehrere Dinge gleichzeitig: Die Lidhaut ist die dünnste Haut des Körpers und verliert mit den Jahren an Elastizität, das feine Bindegewebe hinter ihr wird nachgiebiger, und Fettgewebe aus der Augenhöhle kann sich nach vorne wölben. Wie früh und wie ausgeprägt das geschieht, ist zu einem guten Teil Veranlagung — es gibt ausgeprägte Schlupflider mit dreissig und kaum welche mit siebzig. Rauchen, jahrelange starke Sonnenexposition und deutliche Gewichtsschwankungen beschleunigen die Entwicklung.
Ein Schlupflid ist damit zunächst eine Veränderung und keine Krankheit. Zu einem medizinischen Thema wird es erst dort, wo es Funktion kostet. Und ob es das tut, lässt sich nicht im Spiegel entscheiden, sondern nur messen.
Ein Hinweis, der leicht untergeht: Nicht jede schwere Lidpartie ist Hautüberschuss. Schwellungen bei Schilddrüsenerkrankungen, Allergien, Nieren- oder Herzerkrankungen sowie eine chronische Lidrandentzündung erzeugen ein ähnliches Bild, verlangen aber eine ganz andere Behandlung. Wer über Nacht oder in Schüben dicke Lider bekommt, hat selten ein Schlupflid.
Wann ein Schlupflid das Sichtfeld einschränkt
Das Oberlid begrenzt das Gesichtsfeld nach oben. Legt sich Haut darüber, fällt zuerst der obere Rand des Blickfelds weg — jener Teil, in dem beim Lesen die nächste Zeile liegt, im Auto die Ampel und auf der Treppe die oberste Stufe. Der Ausfall kommt so langsam, dass ihn kaum jemand als Sehverschlechterung erlebt. Bemerkt wird stattdessen das, was der Körper dagegen tut:
- Die Stirn arbeitet mit. Die Brauen werden unbewusst hochgezogen — oft den ganzen Tag, oft schon seit Jahren.
- Verspannungen der Stirn und Kopfschmerzen, die gegen Abend zunehmen
- Abends anstrengender als morgens, weil die Stirnmuskulatur mit dem Gegenhalten nicht mehr nachkommt und die Braue im Tagesverlauf absinkt. Sinkt dagegen die Lidkante selbst sichtbar ab, je länger der Tag dauert, ist das etwas anderes — siehe den Abschnitt «Abgrenzung»
- Lesen und Bildschirmarbeit strengen an, obwohl die Brille stimmt
- Der Kopf geht leicht in den Nacken, um unter der Falte hindurchzusehen
- Wimpern im Blickfeld oder nach unten gedrückte Wimpern
- Der Eindruck, müde auszusehen, obwohl Sie ausgeruht sind
Hier verläuft die Grenze, an der sich in der Schweiz auch die Kostenfrage entscheidet. Nicht der Eindruck im Spiegel macht aus einer Lidstraffung eine medizinische Leistung, sondern eine dokumentierte funktionelle Einschränkung. Der häufigste und klarste Nachweis dafür ist ein Ausfall im oberen Gesichtsfeld, der sich beim Anheben des Lids nachweislich bessert. Daneben gibt es seltenere funktionelle Gründe, die ebenfalls eine Krankenbehandlung sein können — etwa auf die Hornhaut gedrückte Wimpern, eine chronische Hautentzündung in der Lidfalte oder eine echte Ptosis. Welche Konstellation bei Ihnen vorliegt, sagen wir Ihnen nach der Untersuchung. Was sich in keinem Fall ersetzen lässt, ist der Befund selbst: Eine gut formulierte Begründung ohne Messung trägt den Antrag nicht.
Diese Messung können wir durchführen und dokumentieren. Entscheiden tut sie Ihre Krankenkasse. Wir sagen Ihnen nach der Untersuchung ehrlich, wie Ihr Befund aussieht — auch dann, wenn er unter der Schwelle liegt und die Antwort «ästhetisch, also Selbstzahler» lautet.
Der Vergleich mit angehobenem Lid beantwortet nebenbei eine zweite Frage. Bleibt der Ausfall bestehen, obwohl das Lid angehoben ist, liegt die Ursache nicht am Lid. Dann klären wir Sehnerv, Netzhaut und Augeninnendruck weiter ab — ein fehlender oberer Gesichtsfeldrand kann auch von einem grünen Star, von der Netzhaut oder vom Sehnerv kommen, und eine Lidstraffung würde daran nichts ändern.
Schlupflid, Ptosis oder Brauenptosis — die Abgrenzung
Von aussen sehen drei sehr verschiedene Befunde fast gleich aus: Das Auge wirkt kleiner, der Blick schwerer, das Lid tiefer. Chirurgisch haben sie kaum etwas miteinander zu tun. Wird der falsche davon operiert, ist das Ergebnis technisch einwandfrei und trotzdem enttäuschend.
Schlupflid (Dermatochalasis)
Zu viel Haut, aber die Lidkante selbst steht dort, wo sie hingehört. Der einfachste Selbsttest: Heben Sie die Hautfalte mit dem Finger dicht über den Wimpern leicht an, ohne die Braue zu bewegen. Wird der Blick sofort frei und wirkt das Auge offen, ist der Hautüberschuss das Thema. Behandelt wird er durch Entfernung genau dieser Haut — nicht mehr und nicht weniger.
Ptosis (hängende Lidkante)
Hier ist nicht die Haut zu viel, sondern das Lid selbst steht zu tief: Der Lidhebermuskel oder seine feine Sehne am Lid hat an Kraft oder an Ansatz verloren. Das kommt altersbedingt vor, nach Augenoperationen, nach langjährigem Tragen harter Kontaktlinsen, gelegentlich von Geburt an. Erkennbar ist es daran, dass die Lidkante tiefer über der Hornhaut steht als früher oder als auf der Gegenseite — bei ausgeprägter Ptosis bis über die Pupille — und dass die Lidfalte oft höher steht als am anderen Auge. Eine reine Hautstraffung ändert daran nichts — sie lässt die Lidkante genau dort, wo sie war. Behandelt wird stattdessen der Lidheber selbst.
Zwei Konstellationen gehören nicht in die Wartezeit einer Sprechstunde: Ein Lid, das innerhalb von Stunden oder Tagen hängt und dabei von Doppelbildern, ungleich grossen Pupillen oder starken Kopf- bzw. Nackenschmerzen begleitet wird, ist kein Fall für eine Augenarztpraxis, sondern für den Rettungsdienst (144) oder die nächste Notfallstation. Dahinter kann eine Gefässerkrankung stecken, bei der Stunden zählen. Sinkt das Lid dagegen isoliert, schmerzlos und ohne diese Begleitzeichen ab, rufen Sie uns noch am selben Tag an. Und ein Lid, das im Tagesverlauf deutlich schwankt und abends viel tiefer steht als morgens, kann auf eine Erkrankung der Muskelübertragung hinweisen und muss abgeklärt werden — kommen Schluck- oder Atembeschwerden, eine schwache Stimme oder Doppelbilder dazu, sofort und notfallmässig. Beides ist selten. Beides ist zu wichtig, um es an einer Website zu entscheiden.
Brauenptosis (abgesunkene Braue)
Die dritte Möglichkeit wird am häufigsten übersehen. Mit den Jahren sinkt die Braue, besonders im äusseren Drittel, und schiebt Gewebe vor sich her auf das Lid. Was dann über den Wimpern liegt, ist gar nicht überschüssige Lidhaut, sondern verschobene Stirnhaut. Der Test dazu: Heben Sie die Braue mit dem Finger an. Verschwindet die Falte dabei weitgehend, steht die Braue zu tief.
Der Unterschied ist folgenreich. Wird bei tiefer Braue nur das Lid gestrafft, muss viel Haut entfernt werden, der Abstand zwischen Wimpern und Braue wird kleiner, die Braue kann weiter absinken — und das Ergebnis wirkt eher operiert als wach. Hier ist der Brauenlift der Eingriff, der die Ursache trifft.
Diese Unterscheidung ist nicht akademisch. Sie entscheidet, welcher Eingriff überhaupt hilft, wie viel Haut entfernt werden darf — und ob die Grundversicherung überhaupt zuständig ist. Einen Überblick über die weiteren Lidbefunde, die wir behandeln, finden Sie auf der Seite Lidfehlstellungen.
Wie wir untersuchen
Die Lidsprechstunde dauert länger als eine Routinekontrolle, und das hat einen Grund: Hier wird gemessen statt geschätzt. Was am Ende auf dem Papier steht, entscheidet über die Operationsplanung und über die Kostenfrage gleichermassen.
- Untersuchung an der Spaltlampe. Lidkante, Stellung der Wimpern, Vollständigkeit des Lidschlusses, Tränenfilm und Hornhautoberfläche. Ein trockenes Auge oder eine entzündete Lidkante wird zuerst behandelt und nicht mitoperiert.
- Lidmessung. Abstand zwischen dem Lichtreflex auf der Hornhaut und der Oberlidkante, Hub des Lidhebers, Höhe und Ausprägung der Lidfalte, Menge des Hautüberschusses, Abstand von Lidkante zu Braue. Diese Zahlen trennen Dermatochalasis, Ptosis und Brauenptosis voneinander — der Blick allein tut es nicht.
- Gesichtsfeldmessung. Standardisiert und zweimal: einmal so, wie Sie zu uns kommen, und einmal mit angehobenem Lid. Der Unterschied zwischen beiden Messungen ist der Nachweis, um den es bei der Kostenübernahme geht.
- Fotodokumentation. Standardisierte Aufnahmen in gleicher Kopfhaltung und Beleuchtung. Sie sind Teil des Antrags an die Kasse und später der einzige faire Vergleich zum Ausgangszustand — Erinnerung an das eigene Gesicht ist erstaunlich unzuverlässig.
- Vorgeschichte und Allgemeines. Medikamente, insbesondere blutverdünnende, Schilddrüsenfunktion, Allergien, frühere Lid- oder Augenoperationen, Rauchen, Neigung zu auffälligen Narben.
Am Ende dieses Termins wissen Sie drei Dinge: welcher Befund bei Ihnen vorliegt, ob er funktionell relevant ist, und wer den Eingriff bezahlen würde. Wenn Sie danach Bedenkzeit möchten, ist das der Normalfall und kein Rückzieher — ein Schlupflid verändert sich langsam, und eine Entscheidung darf reifen.
Wie ein Schlupflid behandelt wird
Ein Hautüberschuss bildet sich nicht zurück. Wenn er behandelt wird, dann chirurgisch — und bei uns ist das auch dann ein okuloplastischer Eingriff, wenn der Anlass rein ästhetisch ist.
Der Grund dafür lässt sich an dem Fehler ablesen, der am Oberlid am teuersten ist: Wird zu viel Haut entfernt, schliesst das Auge nicht mehr vollständig. Und was nicht geschlossen wird, wird nicht befeuchtet — die Hornhaut trocknet aus, das Auge brennt, im Extremfall wird die Oberfläche geschädigt. Genau die drei Werte, die wir vor jedem Eingriff messen — Vollständigkeit des Lidschlusses, Tränenfilm, Hornhautoberfläche —, bestimmen deshalb, wie viel Haut stehen bleiben muss. Diese Grenze verläuft im Millimeterbereich, und sie ist der Grund, weshalb wir jede Lidstraffung vermessen und seitengetrennt einzeichnen, statt sie zu schätzen. Am Lid ist das schöne Ergebnis das Nebenprodukt eines funktionierenden — nie umgekehrt.
Oberlidstraffung
Der Standardeingriff beim Schlupflid. Über einen Schnitt, der in der natürlichen Lidfalte liegt, wird die überschüssige Haut entfernt, bei Bedarf ein schmaler Muskelstreifen und vorgewölbtes Fettgewebe. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung; genäht wird mit sehr feinem Material, das etwa nach einer Woche entfernt wird. Wie viel Haut stehen bleiben muss, damit sich das Auge vollständig schliesst, ist dabei die eigentliche Kunst — nicht, wie viel man entfernen kann.
Ablauf, Vorbereitung und Nachsorge im Detail beschreibt die Seite Oberlidstraffung — Ablauf, Vorbereitung und Nachsorge. Liegt zusätzlich eine echte Ptosis vor, genügt dieser Eingriff nicht: Dann muss der Lidheber mitversorgt werden, sonst bleibt die Lidkante nach der Straffung genau dort, wo sie vorher war.
Kombination mit einem Brauenlift
Steht die Braue zu tief, ist die Straffung des Lids allein die falsche Antwort. Der Brauenlift hebt die Braue wieder an — wie weit, hängt vom Befund und vom gewählten Verfahren ab; erst danach zeigt sich, wie viel Lidhaut überhaupt noch überschüssig ist — meist deutlich weniger, als es vorher aussah. Beides lässt sich je nach Befund in einer Sitzung kombinieren oder nacheinander planen. Welcher Weg der ruhigere ist, hängt vom Ausmass, von Ihrer Vorgeschichte und davon ab, wie viel Ausfallzeit Sie am Stück einplanen können.
Die Region unterhalb des Auges folgt eigenen Regeln: Dort geht es um vorgewölbtes Fettgewebe und Erschlaffung, nicht um eine Hautfalte über den Wimpern — dafür gibt es die Unterlidstraffung. Einen Überblick über beide Eingriffe und ihre ästhetische Seite gibt die Seite Augenlidstraffung. Abgeklärt wird der Lidbefund an allen drei Standorten in Zürich, Wetzikon und Meilen; die ästhetischen Behandlungen der Augenpartie bieten wir in Zürich an.
Was realistisch möglich ist — und was nicht
Was eine Oberlidstraffung leisten kann:
- Der Hautüberschuss über den Wimpern ist entfernt, die Lidfalte wird wieder sichtbar
- Der obere Rand des Gesichtsfelds ist frei — bei entsprechendem Ausgangsbefund
- Die Stirn muss nicht mehr dauernd gegenhalten; Verspannungen dieser Ursache lassen häufig nach
- Der Blick soll offener und wacher wirken, ohne den Gesichtsausdruck grundlegend zu verändern
- Augen-Make-up lässt sich wieder auftragen, ohne dass die Hautfalte es verwischt
Was sie nicht leisten kann — und das sagen wir lieber vor dem Eingriff als danach:
- Feine Fältchen der Lidhaut und Krähenfüsse verschwinden nicht
- Dunkle Ringe und Schatten unter den Augen bleiben, sie liegen an anderer Stelle
- Vorwölbungen am Unterlid sind eine andere Region und ein anderer Eingriff
- Eine abgesunkene Braue wird nicht angehoben — dafür braucht es den Brauenlift
- Seitenunterschiede lassen sich nicht restlos ausgleichen. Kein Gesicht ist symmetrisch, und was vorher ungleich war, bleibt es in kleinerem Ausmass meist auch
- Die Alterung wird nicht angehalten; das Gewebe verändert sich weiter
Zu den Risiken gehören Schwellung und Blutergüsse über ein bis zwei Wochen, vorübergehend trockene oder brennende Augen, ein anfangs unvollständiger Lidschluss, vorübergehende Empfindungsstörungen entlang der Narbe und Seitenunterschiede in der Abschwellphase. Seltener sind Nachblutung, Infektion und Wundheilungsstörungen; sehr selten sind schwerwiegende Komplikationen bis hin zu einer Beeinträchtigung des Sehens. Kein Eingriff am Auge ist ohne Risiko, und wir besprechen diese Punkte vorher offen mit Ihnen.
Wie das Ergebnis am Ende aussieht, hängt qualitativ von mehreren Dingen ab, die vor dem Eingriff feststehen: vom Ausgangsbefund, von der Beschaffenheit und Dicke Ihrer Haut, von der Position der Braue, vom Zustand des Tränenfilms und davon, ob neben der Haut noch etwas anderes hängt. Prozentzahlen und Vorher-Nachher-Versprechen finden Sie deshalb auf dieser Seite nicht.
Was Sie sich sparen können — und wann Zuwarten richtig ist
Gegen Schlupflider wird viel angeboten, das keinen Hautüberschuss entfernen kann: straffende Cremes und Seren, Lidtapes und Klebestreifen, Augenpflaster, Rollgeräte, Massagetechniken, Gesichtsyoga. Das meiste davon ist harmlos und für manche angenehm; an der Menge der Haut ändert nichts davon etwas. Wer damit zufrieden ist, soll es weiter tun — nur sollte niemand deswegen eine Abklärung aufschieben, die zeigen würde, dass das Gesichtsfeld eingeschränkt ist.
Von den im Kosmetikbereich beworbenen Plasma-Geräten — häufig als «Lidstraffung ohne Skalpell» angekündigt — raten wir ab. Sie erzeugen kleine, punktförmige Verletzungen der Hautoberfläche; in der dünnen Haut rund um das Auge sind Pigmentverschiebungen und auffällige Narben möglich, und belastbare Daten zu Nutzen und Sicherheit fehlen weitgehend. Wir bieten das nicht an.
Und die Auskunft, die auf einer Klinikseite selten steht: Ein Schlupflid muss nicht behandelt werden. Wenn die Messung ein freies Gesichtsfeld zeigt und Sie mit dem Anblick gut leben, ist Nichtstun eine vollwertige Entscheidung. Der Befund entwickelt sich langsam, und es gibt keinen Zeitpunkt, den Sie verpassen könnten. Kommen Sie wieder, wenn es Sie stört — oder gar nicht.
Wenn Sie es abklären lassen möchten, geht das telefonisch unter +41 44 500 69 00, Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30, oder online über die Terminvereinbarung.
Kosten & Krankenkasse
Was bezahlt die Kasse — und was nicht?
Beim Schlupflid hängt die Antwort an einem einzigen Punkt: ob eine funktionelle Einschränkung nachgewiesen ist — meist über das Gesichtsfeld, seltener über einen anderen Befund am Lid. Alles andere folgt daraus; hier steht, was das konkret bedeutet.
| Leistung | Vergütung | Das heisst für Sie |
|---|---|---|
Augenärztliche Abklärung des Lidbefundes | Grundversicherung, wenn Beschwerden der Anlass sind | Kommen Sie mit Beschwerden — müde Augen, Stirnverspannung, eingeschränktes Blickfeld —, ist die Abklärung eine Krankenbehandlung; Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. Wünschen Sie von Anfang an eine rein ästhetische Korrektur, gehört die Voruntersuchung zum Kostenvoranschlag. |
Gesichtsfeldmessung mit und ohne angehobenes Lid, Fotodokumentation | wie die Abklärung | Der Nachweis, um den sich alles dreht. Erfolgt die Abklärung wegen Beschwerden, wird er auch dann vergütet, wenn er zeigt, dass keine funktionelle Einschränkung vorliegt — er ist nicht an ein bestimmtes Ergebnis gebunden. |
Oberlidstraffung bei nachgewiesener funktioneller Einschränkung (funktioneller Eingriff) | Grundversicherung, nach Kostengutsprache | Wir reichen Befund, Messung und Fotos vor dem Eingriff bei Ihrer Kasse ein. Entschieden wird dort. Operiert wird erst, wenn die schriftliche Zusage vorliegt — damit Sie nicht nachträglich eine Rechnung erhalten, mit der Sie nicht gerechnet haben. |
Oberlidstraffung ohne funktionelle Einschränkung (ästhetischer Eingriff) | Selbstzahler | Sie erhalten vor dem Eingriff einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zusatzversicherungen übernehmen rein ästhetische Eingriffe in der Regel nicht; ob Ihre Police eine Ausnahme kennt, kann Ihnen nur Ihre Versicherung sagen. |
Kombinierter Eingriff — funktioneller Anteil plus ästhetische Zusatzleistung | geteilte Abrechnung | Der medizinisch begründete Anteil läuft über die Grundversicherung, der darüber hinausgehende über Sie. Was wozu gehört, halten wir vor dem Eingriff schriftlich fest, nicht danach. |
Nachkontrollen, Fadenentfernung und Nachsorge | wie der Eingriff selbst | Die Nachsorge folgt der Zuordnung der Operation. Beim funktionellen Eingriff läuft sie über die Grundversicherung, beim ästhetischen ist sie im Kostenvoranschlag enthalten. |
Beträge stehen hier bewusst nicht: Der Aufwand hängt vom Befund ab, und eine Zahl ohne Untersuchung wäre geraten. Den Kostenvoranschlag erhalten Sie nach der Abklärung schriftlich, bevor Sie sich entscheiden müssen.
Ein steuerlicher Hinweis, der viele überrascht: Bei rein ästhetischen Eingriffen kommt die Mehrwertsteuer hinzu, bei medizinisch indizierten Behandlungen nicht. Auch das steht im Kostenvoranschlag.
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Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Andrea von Rückmann
Häufige Fragen
- Dann, wenn der Befund funktionell relevant ist. Der häufigste und klarste Nachweis dafür ist eine Einschränkung des oberen Gesichtsfelds — dann ist die Korrektur eine medizinische Leistung und läuft über die Grundversicherung. Daneben gibt es seltenere funktionelle Gründe, die ebenfalls eine Krankenbehandlung sein können: auf die Hornhaut gedrückte oder in die Blickachse gedrehte Wimpern, eine chronische Hautentzündung in der Lidfalte, eine mechanische Behinderung des Lids oder eine echte Ptosis. Der Nachweis der Gesichtsfeldeinschränkung ist eine standardisierte Messung, einmal im Ausgangszustand und einmal mit angehobenem Lid, dazu eine Fotodokumentation. Diese Unterlagen reichen wir vor dem Eingriff als Antrag auf Kostengutsprache ein; entschieden wird bei Ihrer Kasse, nicht bei uns. Liegt keine funktionelle Einschränkung vor, ist die Korrektur eine ästhetische Leistung und damit Selbstzahlersache; im medizinischen Fall gelten Franchise und Selbstbehalt wie bei jedem anderen Eingriff.
- In der Regel viele Jahre — aber ein Datum kann Ihnen niemand seriös nennen, und wer es tut, rät. Die entfernte Haut kommt nicht zurück; das Gewebe altert jedoch weiter, und wie schnell, hängt von Veranlagung, Hautbeschaffenheit, Sonnenexposition, Rauchen und starken Gewichtsschwankungen ab. Kürzer wirkt das Ergebnis vor allem dann, wenn ein zweiter Befund übersehen wurde: Eine tiefstehende Braue oder eine echte Ptosis schiebt den alten Eindruck rasch wieder ins Bild, obwohl die Haut korrekt entfernt wurde. Genau deshalb messen wir vorher, was tatsächlich hängt.
- Ja. Jeder Hautschnitt hinterlässt eine Narbe — die Frage ist nicht ob, sondern wo und wie auffällig. Der Schnitt wird in die natürliche Lidfalte gelegt, wo er bei geöffnetem Auge verdeckt liegt. In den ersten Wochen ist die Linie gerötet und etwas verhärtet, danach verblasst sie über Monate; Sonnenschutz in dieser Zeit hilft. Wenn Ihre Haut zu auffälliger Narbenbildung neigt oder frühere Narben das gezeigt haben, sagen wir Ihnen das vor dem Eingriff und nicht danach.
- Rechnen Sie mit ein bis zwei Wochen, in denen man Ihnen den Eingriff ansieht. Schwellung und Blutergüsse sind in den ersten Tagen am stärksten und oft seitenungleich; die feinen Fäden werden meist nach etwa einer Woche entfernt. Bürotätigkeit ist häufig nach wenigen Tagen wieder möglich, Sport, schweres Heben, Sauna und Solarium sollten Sie rund zwei Wochen zurückstellen. Augen-Make-up erst, wenn die Wunden geschlossen sind. Planen Sie den Termin also nicht kurz vor einem Anlass, bei dem Sie fotografiert werden.
- Die Oberlidstraffung erfolgt in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung. Sie sind wach und ansprechbar; zu spüren ist der Einstich der Betäubung, danach in der Regel ein Druck- oder Zuggefühl. Wer sehr angespannt ist, kann zusätzlich eine leichte Beruhigung erhalten — das besprechen wir vorher, nicht im Eingriffsraum. Eine Vollnarkose ist nur in besonderen Situationen nötig, etwa bei ausgedehnten kombinierten Eingriffen oder wenn eine örtliche Betäubung für Sie nicht infrage kommt.
- Der Unterschied liegt im Blickwinkel und in der Ausbildung, nicht in einem Werturteil über Kolleginnen und Kollegen. Wir kommen von der Chirurgie des Auges her und behandeln das Lid als Funktionsorgan: Vor jeder Straffung messen wir Lidheberfunktion, Lidschluss, Tränenfilm und Hornhautoberfläche, weil genau diese Dinge nach dem Eingriff Beschwerden machen können. Wir erkennen dabei auch, wenn nicht die Haut das Problem ist, sondern der Lidheber oder die Braue — und operieren dann etwas anderes oder gar nicht. Und wenn hinterher ein Auge trocken oder gereizt ist, sind Sie mit diesem Problem bei denselben Leuten, die es behandeln.
- Entfernen im Wortsinn: nein — Haut, die zu viel ist, lässt sich nur chirurgisch entfernen. Kaschieren geht dagegen durchaus, und das ist eine legitime Entscheidung. Beim Augen-Make-up hilft matter statt schimmernder Lidschatten, ein dünner Lidstrich nah am Wimpernkranz und eine Brauenform, die nicht zusätzlich Höhe wegnimmt; eine Wimpernzange schafft am Blickfeld ein paar Millimeter. Lidtapes und Klebestreifen heben die Falte für einige Stunden mechanisch an — sie ziehen an sehr dünner Haut und taugen eher für einen Anlass als für den Alltag. Welche der beworbenen Methoden darüber hinaus nichts bringen und von welchen wir ausdrücklich abraten, steht auf dieser Seite im Abschnitt «Was Sie sich sparen können».
Erst messen, dann entscheiden.
In der Lidsprechstunde klären wir in einem Termin, welcher Befund vorliegt, ob Ihr Gesichtsfeld eingeschränkt ist und wer den Eingriff bezahlen würde. Sie entscheiden danach — nicht vorher.
+41 44 500 69 00 — Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Oder Termin online vereinbaren.
