Grauer Star (Katarakt)
Nachstar lasern: die YAG-Kapsulotomie, wenn das Sehen wieder schleierig wird
Monate bis Jahre nach der Operation des Grauen Stars wird das Sehen bei einem Teil der Operierten wieder schleierig — Farben flauen ab, Scheinwerfer strahlen auf, Lesen braucht mehr Licht. Meist steckt kein neuer Grauer Star dahinter, sondern ein Nachstar: Die hauchdünne Kapsel, in der die Kunstlinse sitzt, trübt sich ein. Behandelt wird er mit einem kurzen Lasereingriff in der Sprechstunde, der YAG-Kapsulotomie — ambulant, ohne Schnitt und ohne dass das Auge eröffnet wird.
Was ein Nachstar ist — und warum er entsteht
Die Operation war überstanden, das Sehen wurde klar, und Sie hatten die Sache abgehakt. Und jetzt legt sich wieder ein Schleier darüber: Farben wirken flau, beim Lesen brauchen Sie mehr Licht, nachts blenden Scheinwerfer stärker als früher. Es fühlt sich an wie damals — und viele Menschen denken deshalb zuerst, der Graue Star sei zurückgekommen.
Ist er nicht. Um zu verstehen, was stattdessen passiert, hilft ein Blick darauf, was beim Grauen Star mit der Augenlinse geschieht. Die natürliche Linse steckt im Auge in einer sehr dünnen, durchsichtigen Hülle, dem Kapselsack. Bei der Operation des Grauen Stars mit einer Kunstlinse wird die getrübte Linse aus diesem Sack entfernt, die Kunstlinse kommt hinein — und die Kapsel bleibt bewusst stehen, weil sie die neue Linse an ihrem Platz hält. Ihre Rückwand liegt danach als klare Folie direkt hinter der Kunstlinse, im Strahlengang des Lichts.
Genau dort spielt sich der Nachstar ab. Einzelne Linsenzellen bleiben nach der Operation im Kapselsack zurück; sie können sich vermehren und über die klare Rückwand wachsen. Die Folie wird dadurch trüb, teilweise auch faltig — und was vorher glatt durchgelassen wurde, wird nun gestreut. Nicht die Linse ist wieder trüb geworden, sondern das Fenster dahinter. Das braucht Zeit: Monate bis Jahre nach dem Eingriff, selten früher.
In Berichten und Arztbriefen begegnen Ihnen dafür mehrere Wörter. Neben Nachstar stehen dort manchmal sekundäre Katarakt oder Kapseltrübung. Gemeint ist jedes Mal dasselbe. Der Name «sekundäre Katarakt» führt dabei in die Irre, und das ist der Grund, warum wir hier durchgehend von «Nachstar» sprechen: Es ist kein zweiter Grauer Star, weil es die Linse gar nicht mehr gibt, die einen bekommen könnte.
Warum ein Nachstar kein Operationsfehler ist
Das ist die Frage, die im Sprechzimmer fast immer als zweite kommt — meist vorsichtig formuliert: Ist bei der Operation etwas schiefgelaufen? Nein. Bei einem Teil der Operierten trübt sich die Kapsel Monate bis Jahre später ein. Das ist ein bekannter Verlauf nach einer Operation des Grauen Stars, kein Zeichen für einen Fehler, keine Folge davon, dass Sie sich zu viel zugemutet hätten, und kein Hinweis darauf, dass die falsche Kunstlinse gewählt wurde.
Es bedeutet auch nicht, dass die Kunstlinse getauscht werden müsste. Sie bleibt, wo sie ist. Behandelt wird ausschliesslich die getrübte Kapsel dahinter, und zwar mit einem Laser statt mit einem Schnitt. Wer nach der eigenen Operation die Aufklärung noch im Kopf hat, wird sich erinnern: Der Nachstar wird dort als möglicher späterer Verlauf genannt. In manchen Aufklärungsbögen und Merkblättern steht er unter den Komplikationen, in anderen unter dem möglichen Verlauf — gemeint ist beide Male dasselbe, und keine der beiden Formulierungen sagt, dass bei Ihrer Operation etwas schiefgelaufen wäre.
Und er ist kein Notfall. Er kommt langsam, er tut nicht weh, das Auge wird nicht rot. Sie haben Zeit, in Ruhe einen Termin zu vereinbaren. Was nicht warten darf, ist etwas anderes: Lichtblitze zusammen mit vielen neuen schwarzen Punkten, ein Schatten, der von der Seite ins Blickfeld wandert, eine rasch schlechter werdende Sicht oder ein rotes, schmerzendes, lichtscheues Auge — auch dann, wenn Ihnen nicht übel ist. Diese Zeichen gehören noch am selben Tag abgeklärt — ausserhalb der Sprechzeiten über den augenärztlichen Notfalldienst oder die Notfallstation einer Augenklinik.
Ein Notfall, der noch davor kommt: Ein plötzlicher, kompletter Sehverlust auf einem Auge — besonders zusammen mit Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen oder Sprach-, Sprech- und Lähmungserscheinungen — gehört nicht in unsere Sprechstunde, sondern sofort auf die Notfallstation: rufen Sie den Rettungsdienst (144). Dahinter kann ein Gefässverschluss oder eine Gefässentzündung stecken, bei denen Minuten und Stunden zählen.
Symptome: woran Sie einen Nachstar bemerken
Das Kennzeichen ist die Wiederholung: Die Beschwerden sind dieselben wie vor der Operation, nur kommen sie diesmal aus einer anderen Schicht. Sie beginnen schleichend, oft über Wochen bis Monate, und werden häufig erst beim Vergleich auffällig — beim Autofahren in der Dämmerung, beim Lesen am Abend, beim Blick auf ein Gesicht im Gegenlicht.
- Ein Schleier über allem, wie durch eine leicht beschlagene Scheibe
- Flaue Farben und Kontraste — Weiss wirkt vergraut, Konturen weich
- Stärkere Blendung bei Gegenlicht, Sonne und Scheinwerfern; Nachtfahrten werden anstrengend
- Mehr Licht beim Lesen nötig als noch vor einem halben Jahr
- Doppelte oder verschattete Konturen an einem Auge, die auch bleiben, wenn Sie das andere Auge zuhalten
- Kein Schmerz, keine Rötung — und keine plötzliche Verschlechterung von einem Moment auf den anderen
Ein Nachstar betrifft jedes Auge für sich. Wurden beide Augen operiert, kann eines deutlich früher stören als das andere, und der Unterschied fällt oft erst auf, wenn man ein Auge zuhält. Wer stattdessen zuerst zu einer neuen Brille greift, merkt meist rasch, dass die Gläser das Problem nicht lösen — die Trübung liegt nicht in der Brille, sondern im Auge. Sinnvoll ist deshalb nicht der Weg über eine stärkere Korrektur, sondern eine Bestimmung der Sehschärfe beim Augenarzt, bei der auch das Auge selbst angeschaut wird.
Nicht jedes erneute Trübsehen ist ein Nachstar
Nach einer Operation des Grauen Stars ist der Nachstar die naheliegende Erklärung für ein nachlassendes Sehen — aber er ist nicht die einzige. Die folgende Gegenüberstellung ist deshalb kein Selbsttest, sondern eine Hilfe für das Gespräch: Sie zeigt, welche Beobachtungen zum Nachstar passen und welche eher woanders hinführen.
| Was Sie bemerken | Eher Nachstar | Eher etwas anderes |
|---|---|---|
| Beginn | Schleichend über Wochen bis Monate, Monate bis Jahre nach der Operation | Plötzlich, von einem Tag oder einer Stunde auf die andere |
| Art der Störung | Gleichmässiger Schleier über dem ganzen Bild, flaue Farben | Ein dunkler Fleck in der Bildmitte, verzogene gerade Linien |
| Blendung | Gegenlicht und Scheinwerfer strahlen auf, Nachtfahrten werden mühsam | Farbringe um Lichtquellen zusammen mit Augenschmerz, rotem Auge und Übelkeit sprechen für einen akuten Druckanstieg — sofort abklären lassen |
| Schmerz und Rötung | Keine. Ein Nachstar tut nicht weh und macht das Auge nicht rot | Schmerz, Rötung und Lichtscheu sprechen für eine Entzündung — das gehört noch am selben Tag untersucht, auch ohne Übelkeit |
| Tagesverlauf | Weitgehend gleichbleibend, langsam zunehmend | Schwankt über den Tag, wird nach Blinzeln oder Tropfen kurz besser |
| Punkte und Lichtblitze | Gehören nicht zum Bild eines Nachstars | Viele neue schwarze Punkte, Lichtblitze oder ein Schatten von der Seite: noch am selben Tag abklären lassen |
Was hinter der rechten Spalte stecken kann, sind Erkrankungen, die mit der Kunstlinse nichts zu tun haben und unabhängig vom Nachstar auftreten: eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) an der Stelle des schärfsten Sehens, ein gestörter Tränenfilm bei trockenen Augen, der die Sehschärfe im Tagesverlauf schwanken lässt, oder Erkrankungen von Netzhaut und Glaskörper. Häufig ist auch eine hintere Glaskörperabhebung, die neue schwimmende Punkte und Schlieren mitbringt und sich für Betroffene zunächst ähnlich anfühlt.
Unterscheiden lässt sich das nicht am Küchentisch, sondern an der Spaltlampe: Dort ist direkt zu sehen, ob die Kapsel hinter der Kunstlinse trüb ist — und wenn ja, ob diese Trübung wirklich in der Sehachse liegt und die Beschwerden erklärt. Wenn Sie unsicher sind, ist der kurze Weg der bessere: Termin zur Abklärung online anfragen.
Die YAG-Kapsulotomie: wie die Behandlung abläuft
Die Behandlung eines Nachstars ist keine zweite Operation. Ein Laser setzt in die getrübte Kapsel hinter der Kunstlinse eine kleine Öffnung, sodass das Licht dort wieder ungehindert durchkommt. Der medizinische Name dafür ist YAG-Kapsulotomie — «Kapsulotomie» heisst nichts anderes als «Öffnung der Kapsel», YAG ist der Kristall, in dem der Laserstrahl entsteht; das wirksame Element darin ist Neodym. Es braucht keinen Schnitt am Auge, es wird nichts entfernt und nichts ausgetauscht, und das Auge wird nicht eröffnet. Der Eingriff findet ambulant in der Sprechstunde statt, nicht im Operationssaal.
Wann behandelt wird — und wann noch nicht
Der Auslöser ist nicht der Befund allein, sondern der Alltag: Behandelt wird, wenn die Trübung Sie beim Lesen, am Steuer, am Bildschirm oder bei der Arbeit stört und die Untersuchung zeigt, dass sie diese Beschwerden auch erklärt. Ist die Kapsel nur zart eingetrübt und Sie merken kaum etwas davon, muss nichts geschehen — ein Nachstar wird nicht behandelt, weil er da ist, sondern weil er stört. Auch ein zweiter Termin nach ein paar Monaten ist eine mögliche Antwort.
Eine Ausnahme gibt es. Verdeckt die Trübung den Blick auf die Netzhaut, sodass eine Erkrankung dort nicht mehr beurteilt oder behandelt werden kann, ist die Kapsulotomie auch dann sinnvoll, wenn Sie selbst wenig merken. Das betrifft vor allem Augen, die wegen der Netzhaut ohnehin regelmässig kontrolliert oder behandelt werden — etwa bei einer altersbedingten Makuladegeneration oder bei einer Netzhautveränderung durch Diabetes. Dort geht es nicht um Ihren Sehkomfort, sondern darum, dass wir sehen können, was hinter der Kapsel liegt.
Vor dem Eingriff
Vorher steht die Untersuchung: Sehschärfe, die Beurteilung an der Spaltlampe und der Blick auf den hinteren Augenabschnitt, damit die Trübung nicht etwas anderes verdeckt. Danach wird getropft — betäubende Tropfen, und je nach Befund solche, die die Pupille weitstellen, damit die Kapsel gut einsehbar ist. Beides braucht Zeit zum Wirken, und die Weitstellung ist der Grund, warum Sie nach dem Termin nicht selbst fahren sollten. Nüchtern kommen müssen Sie nicht, und eine Narkose braucht es ebenso wenig.
Der Eingriff selbst
Sie sitzen an einem Gerät, das der Spaltlampe gleicht, an der Sie schon untersucht wurden, mit Kinn und Stirn an der Stütze. Auf das Auge wird in der Regel ein Kontaktglas gesetzt, mit dem der Laserstrahl genau auf die Kapsel scharf gestellt wird; es hält zugleich das Lid offen. Dann folgen kurze Laserimpulse: Sie sehen Lichtblitze und hören ein leises Klicken. Der Eingriff gilt als schmerzlos; wahrgenommen wird höchstens ein Druckgefühl vom Kontaktglas. Er ist kurz — deutlich kürzer als die Vorbereitung, die dazugehört. Zuweisende Ärztinnen und Ärzte, die einen Nachstar bei ihren Patientinnen und Patienten sehen, finden die Wege zu uns unter Zuweisende.
Was danach zu erwarten ist
Direkt nach dem Eingriff ist das Sehen meist noch unscharf — das kommt von den weitstellenden Tropfen und vom Gel des Kontaktglases, nicht vom Laser. Solange die Pupille weit ist, blendet alles stärker; eine Sonnenbrille macht den Heimweg angenehmer. Was der Laser tut, ist eng umgrenzt: Er nimmt die Trübung aus der Sehachse. Was er nicht tut: eine Netzhaut, einen Sehnerv oder eine Makulaerkrankung beeinflussen. Wie klar Ihr Sehen danach wird, hängt deshalb davon ab, was hinter der Kapsel noch mitspricht — und genau das haben wir vorher angeschaut.
Viele Menschen bemerken in den ersten Tagen schwimmende Punkte oder Flöckchen im Blickfeld. Das sind Teilchen der geöffneten Kapsel, die im Glaskörper treiben; sie bewegen sich mit dem Blick mit und werden mit der Zeit erfahrungsgemäss weniger beachtet. Davon zu unterscheiden ist der plötzliche Schwarm vieler neuer Punkte, oft zusammen mit Lichtblitzen oder einem Schatten von der Seite — das ist kein normaler Verlauf nach der Behandlung, sondern ein Grund, sofort anzurufen.
Zur Behandlung gehört die Kontrolle: Der Augeninnendruck wird gemessen, weil er nach einer Kapsulotomie vorübergehend ansteigen kann, und wir schauen uns das Auge noch einmal an. Wann genau wir Sie wiedersehen wollen, sagen wir Ihnen am Termin; es hängt vom Befund und von Ihren Vorerkrankungen ab. Ob eine neue Brille sinnvoll ist, entscheidet sich erst danach — die Sehschärfe soll sich vorher stabilisieren, und wir messen lieber nach, als Ihnen Gläser zu verordnen, die in zwei Wochen nicht mehr stimmen.
Risiken — was wir Ihnen vorher sagen
Auch ein kurzer Eingriff ohne Schnitt hat Risiken, und Sie sollen sie kennen, bevor Sie zustimmen. Sie sind der Grund, warum eine Kapsulotomie nicht vorsorglich gemacht wird, sondern dann, wenn sie ein Problem löst.
- Anstieg des Augeninnendrucks, meist vorübergehend und in den ersten Stunden — deshalb die Kontrolle nach dem Eingriff. Wer ohnehin wegen eines Grünen Stars (Glaukom) behandelt wird, wird hier besonders aufmerksam nachkontrolliert.
- Schwimmende Kapselteilchen im Blickfeld, wie oben beschrieben.
- Reizung oder Entzündung im Augeninneren, die mit Tropfen behandelt wird.
- Feine Markierungen an der Kunstlinse, wenn der Laserimpuls sie streift.
- Eine Verlagerung der Kunstlinse — selten, und meist erst später. Die Öffnung in der Kapsel bleibt bestehen; sie macht einen späteren Austausch der Kunstlinse aufwendiger. Auch das gehört zu den Gründen, aus denen wir nicht vorsorglich lasern.
- Eine Schwellung an der Stelle des schärfsten Sehens(Makulaödem), die das Sehen wieder verschlechtern kann und behandelt wird. Selten.
- Ein Riss oder eine Ablösung der Netzhaut. Selten, aber die ernsteste Möglichkeit — und der Grund, warum wir Ihnen die Warnzeichen einer Netzhautablösung vorher nennen: Lichtblitze, ein Schwarm neuer schwarzer Punkte, ein dunkler Vorhang von der Seite. Diese Zeichen gelten nicht nur für die ersten Tage — melden Sie sich damit, wann immer sie auftreten.
Ob und wie stark diese Punkte in Ihrem Fall ins Gewicht fallen, hängt von Ihrem Auge ab: von der Netzhaut, von der Kurzsichtigkeit, von früheren Entzündungen und davon, wie die Operation seinerzeit verlaufen ist. Genau darüber sprechen wir vor dem Eingriff — und wenn das Ergebnis dieses Gesprächs «wir warten noch» lautet, ist das ein Ergebnis wie jedes andere.
Kosten & Krankenkasse
Was bezahlt die Kasse — und was nicht?
Ein Nachstar ist eine Krankheit im Sinne der Versicherung, und seine Abklärung und Behandlung sind Krankenbehandlungen. Bei medizinischer Indikation läuft das über die Grundversicherung; Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. Was nicht dazugehört, sagen wir Ihnen vor dem Termin.
| Leistung | Vergütung | Das heisst für Sie |
|---|---|---|
Abklärung bei erneut schleierigem Sehen | Grundversicherung | Sehschärfe, Untersuchung an der Spaltlampe und die Beurteilung der Kapsel hinter der Kunstlinse — bei medizinischer Indikation eine Leistung der Grundversicherung. Dass sich am Ende «nur» ein Nachstar zeigt, ändert daran nichts. |
YAG-Kapsulotomie (Nachstar-Behandlung mit Laser) | Grundversicherung bei Indikation | Der Lasereingriff ist eine Krankenbehandlung und wird bei medizinischer Indikation übernommen — also dann, wenn der Befund Ihre Beschwerden erklärt, und nicht, weil das Wort im Bericht steht. Indiziert ist er ebenso, wenn die Trübung den Blick auf die Netzhaut verstellt und eine Erkrankung dort sonst nicht mehr beurteilt oder behandelt werden kann. |
Kontrolle des Augeninnendrucks und Nachkontrolle | Grundversicherung | Teil der Behandlung, keine Zusatzleistung — sie ist der Grund, warum ein Druckanstieg rechtzeitig auffällt. |
Neue Brille oder neue Gläser nach der Behandlung | Selbstzahlerleistung | Die Sehhilfe selbst zahlt die Grundversicherung bei Erwachsenen in der Regel nicht; für Kinder und für bestimmte medizinische Situationen bestehen Sonderregelungen. Ob sich eine neue Korrektur überhaupt lohnt, messen wir erst nach, wenn sich die Sehschärfe stabilisiert hat. |
Kommen Sie mit dem Schleier, auch wenn Sie unsicher sind, ob er «schlimm genug» ist — und bringen Sie den Operationsbericht oder den Ausweis Ihrer Kunstlinse mit, wenn Sie ihn zur Hand haben. Bei Lichtblitzen mit vielen neuen schwarzen Punkten, einem Schatten von der Seite, rasch schlechter werdender Sicht oder einem roten, schmerzenden, lichtscheuen Auge gilt dagegen: heute anrufen, nicht nächste Woche. Ausserhalb der Sprechzeiten gilt der augenärztliche Notfalldienst — wenden Sie sich an ihn oder direkt an die Notfallstation einer Augenklinik. Ein plötzlicher, kompletter Sehverlust auf einem Auge — besonders zusammen mit Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen oder Sprach-, Sprech- und Lähmungserscheinungen — gehört nicht in die Sprechstunde, sondern sofort auf die Notfallstation: rufen Sie den Rettungsdienst (144).
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Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Andrea von Rückmann
Häufige Fragen
- Nein. Die getrübte körpereigene Linse ist bei der Operation entfernt worden, und die eingesetzte Kunstlinse bleibt klar — sie trübt nicht ein. Was sich eintrüben kann, ist die dünne Kapsel, in der die Kunstlinse sitzt und die bei der Operation bewusst stehen bleibt, weil sie die Linse an ihrem Platz hält. Genau das ist der Nachstar. Er fühlt sich für viele Menschen an wie ein Rückfall, weil die Beschwerden dieselben sind wie vor der Operation, und er ist doch etwas anderes: eine Trübung vor der Linse statt in ihr. Deshalb ist auch die Behandlung eine andere — kein zweiter Eingriff im Operationssaal, sondern ein kurzer Lasereingriff in der Sprechstunde.
- Ein Nachstar ist kein Notfall. Er entwickelt sich über Wochen bis Monate, und niemand muss deswegen kurzfristig etwas organisieren. Sinnvoll ist die Behandlung dann, wenn die Trübung Sie im Alltag stört: beim Lesen, beim Autofahren in der Dämmerung, bei der Arbeit am Bildschirm. Stört sie Sie kaum, ist Zuwarten eine vollständig vertretbare Entscheidung, und wir sagen Ihnen das auch. Eine Ausnahme gibt es: Verdeckt die Trübung den Blick auf die Netzhaut, sodass eine Erkrankung dort nicht mehr beurteilt oder behandelt werden kann, raten wir auch dann zur Behandlung, wenn Sie selbst wenig merken. Etwas anderes gilt ausserdem für Beschwerden, die nicht zum Nachstar gehören: Lichtblitze mit vielen neuen schwarzen Punkten, ein Schatten, der von der Seite hereinwandert, eine rasch schlechter werdende Sicht oder ein rotes, schmerzendes, lichtscheues Auge — auch ohne Übelkeit. Damit rufen Sie noch am selben Tag an, ausserhalb der Sprechzeiten den augenärztlichen Notfalldienst oder die Notfallstation einer Augenklinik. Und davor kommt ein Notfall, der nicht in die Sprechstunde gehört: Ein plötzlicher, kompletter Sehverlust auf einem Auge — besonders zusammen mit Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen oder Sprach-, Sprech- und Lähmungserscheinungen — gehört sofort auf die Notfallstation: rufen Sie den Rettungsdienst (144).
- Der Eingriff gilt als schmerzlos. Das Auge wird vorher mit Tropfen betäubt, und der Laser arbeitet berührungslos: Es braucht keinen Schnitt am Auge, und es wird nichts in das Auge eingeführt. Was Sie wahrnehmen, sind kurze Lichtblitze und ein leises Klicken, manchmal ein Druckgefühl vom Kontaktglas, mit dem der Laserstrahl auf die Kapsel scharf gestellt wird. Eine Narkose braucht es nicht, eine Vorbereitung wie vor einer Operation ebenso wenig. Sie sitzen dabei an einem Gerät, das aussieht wie die Spaltlampe, an der Sie schon untersucht wurden, mit Kinn und Stirn an der Stütze.
- Der Lasereingriff selbst ist kurz. Länger dauert alles darum herum: Vor dem Eingriff wird untersucht und getropft, und die Tropfen brauchen ihre Zeit, bis sie wirken; danach folgt die Kontrolle. Planen Sie für den Termin deshalb bitte deutlich mehr Zeit ein als für den Laser — und planen Sie den Rückweg so, dass Sie nicht darauf angewiesen sind, gleich anschliessend selbst zu fahren. Wie viel Zeit Sie konkret einrechnen sollten, sagen wir Ihnen bei der Anmeldung, wenn wir wissen, welches Auge und welcher Befund es ist.
- Planen Sie damit, dass Sie es nicht können. Werden für den Eingriff weitstellende Tropfen gegeben, bleibt das Nahsehen für mehrere Stunden unscharf und Sie sind deutlich blendempfindlicher — in dieser Zeit gehören Sie nicht ans Steuer. Nehmen Sie öffentliche Verkehrsmittel, eine Begleitperson oder genügend Zeit vor Ort ein und bringen Sie eine Sonnenbrille mit. Sagen Sie uns bei der Anmeldung, wenn Sie mit dem Auto kommen wollen; dann besprechen wir vorher, womit Sie rechnen müssen.
- Die Öffnung, die der Laser in die Kapsel setzt, bleibt bestehen — sie wächst nicht wieder zu. Deshalb ist die Behandlung an dieser Stelle in aller Regel eine einmalige Sache, und wiederholte Sitzungen sind nicht der übliche Verlauf. Wenn das Sehen später erneut nachlässt, ist das ein Grund, wieder hinzuschauen statt automatisch ein zweites Mal zu lasern: Für ein trüberes Bild gibt es am Auge mehr als eine Ursache, und welche es ist, entscheidet die Untersuchung und nicht die Vorgeschichte.
- Ja. Die Abklärung eines nachlassenden Sehens und die Laserbehandlung eines Nachstars sind Krankenbehandlungen und werden bei medizinischer Indikation über die Grundversicherung abgerechnet, ebenso die Kontrolle danach. Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. Nicht über die Grundversicherung läuft die Sehhilfe selbst: Eine neue Brille oder neue Gläser, die nach der Behandlung sinnvoll werden, zahlen Erwachsene in der Regel selbst; für Kinder und für bestimmte medizinische Situationen bestehen Sonderregelungen. Was in Ihrem Fall gilt, klären wir vor dem Termin — nicht auf der Rechnung.
Wieder ein Schleier vor dem Auge? Das gehört angeschaut.
Ob es der Nachstar ist oder etwas anderes, zeigt die Untersuchung an der Spaltlampe. Sagen Sie uns bei der Anmeldung, wann Sie operiert wurden und was sich seither verändert hat — dann planen wir den Termin so, dass die Zeit reicht.
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