Sehklinik

Trockene Augen

Trockenes Auge: Lichttherapie mit OptiLight™ (IPL)

Die Ursache behandeln, nicht nur das Symptom. Brennen, Fremdkörpergefühl, schwankende Sehschärfe, Augen, die trotz Tropfen nie wirklich zur Ruhe kommen: Das trockene Auge ist eine der häufigsten Erkrankungen der Augenoberfläche und beeinträchtigt Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und Sehen. In rund 86 Prozent der Fälle liegt die Ursache in einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen am Lidrand.

Was ist OptiLight™?

Die Meibom-Drüsen am Lidrand produzieren die Lipidschicht des Tränenfilms. Fehlt sie, verdunstet die Tränenflüssigkeit zu schnell, die Augenoberfläche trocknet aus, und es entsteht eine Entzündung, die die Drüsen weiter schädigt. Ein Kreislauf, den Augentropfen allein nicht durchbrechen. Welche Behandlungsbausteine es sonst gibt — von Tränenersatzmitteln bis zur Lidrandpflege — und wann welcher sinnvoll ist, steht auf der Seite zur Behandlung trockener Augen.

OptiLight™ ist eine lichtbasierte, nicht-invasive Behandlung des trockenen Auges. Sie wurde von Lumenis entwickelt. In der Schweiz und in der EU ist OptiLight™ CE-zertifiziert für das evaporative trockene Auge; in den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA das Gerät 2021 für die Behandlung des trockenen Auges bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion zugelassen.

Bei der Behandlung werden präzise dosierte Lichtimpulse auf die Haut unterhalb der Augen abgegeben. Die patentierte Optimal-Pulse-Technologie (OPT™) sorgt dafür, dass die Energie gleichmässig und kontrolliert verteilt wird, ohne Spitzen. Die Augen selbst sind während der gesamten Behandlung durch Schutzschilde vollständig abgedeckt.

Eine multifaktorielle Behandlung für eine multifaktorielle Erkrankung

Das trockene Auge hat selten nur eine Ursache. OptiLight™ setzt deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig an. Alle fünf Wirkmechanismen sind in begutachteten klinischen Studien belegt:

  • Entzündung reduzieren: Die Konzentration entzündungsfördernder Botenstoffe im Tränenfilm (IL-17, IL-6) sinkt messbar.
  • Abnormale Blutgefässe beseitigen: Erweiterte Gefässe am Lidrand, die die Entzündung ständig neu befeuern, werden verschlossen.
  • Meibom-Drüsen wiederherstellen: Struktur und Funktion der Drüsen verbessern sich, das Sekret wird wieder flüssiger und lässt sich leichter abgeben.
  • Demodex-Milben reduzieren: Die Milbenbesiedlung der Wimpern, ein häufiger Entzündungstreiber, geht zurück.
  • Tränenfilm stabilisieren: Die Tränenfilm-Aufrisszeit, das wichtigste Mass für die Stabilität des Tränenfilms, verlängert sich in Studien annähernd auf das Doppelte.

Was die Behandlung leistet

  • Wirkt an der Ursache: Die Behandlung zielt auf die Entzündung, nicht nur auf das Symptom.
  • Nicht-invasiv und medikamentenfrei: Keine Injektion, keine Operation, kein Wirkstoff.
  • Kurz: Eine Sitzung dauert rund 15 Minuten — kürzer als eine Mittagspause.
  • Keine Ausfallzeit: Sie gehen direkt zurück an die Arbeit, ans Steuer oder zum Abendessen. Make-up ist sofort wieder möglich.
  • Wissenschaftlich belegt: FDA-Zulassung auf Basis einer randomisierten, doppelblinden Multicenter-Studie.
  • Weniger Tropfen: Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie seltener zu Tränenersatzmitteln greifen. Ein Studienbeleg dafür fehlt.
  • Über Monate: In Beobachtungsstudien hält der erreichte Effekt sechs bis zwölf Monate an; danach gehören Erhaltungssitzungen zum Konzept.

Was OptiLight™ im Gewebe auslöst

Die Wirkung von OptiLight™ geht über die Behandlung von Gefässen und Entzündung hinaus. Der kontrollierte Wärmereiz löst in der Haut eine Reparaturantwort aus: Bindegewebszellen werden aktiviert, neues Kollagen wird gebildet, und das Gewebe baut sich um. Eine Untersuchung der Stanford University zeigte, dass Breitbandlicht das Aktivitätsmuster von über 1200 alterungsbedingt veränderten Genen wieder in Richtung jugendlicher Haut verschiebt — ohne die Muster einer Wundheilung oder Narbenbildung. Auf mikroskopischer Ebene wird die Gewebealterung also ein Stück weit zurückgestellt. Sichtbar ist das nicht als Straffung, sondern als ruhigere, gleichmässigere Haut rund um die Augen.

Dieselbe Reparaturantwort wirkt an den Meibom-Drüsen. Drüsen, die gestaut und in ihrer Funktion eingeschränkt sind, können sich erholen: In Studien mit konfokaler Mikroskopie normalisierte sich ihre Struktur nach IPL, während die Entzündung in ihrer Umgebung zurückging. Was bereits verkümmert oder vernarbt ist, bringt keine Behandlung zurück. Genau deshalb kommt es darauf an, die Drüsen zu behandeln, solange sie noch zu retten sind — und sie durch regelmässige Behandlung funktionsfähig zu halten.

So läuft die Behandlung ab

Vor der ersten Behandlung untersuchen wir Ihre Meibom-Drüsen und den Tränenfilm und klären, ob OptiLight™ für Sie geeignet ist. Bei der Behandlung selbst erhalten Sie Schutzschilde auf beide Augen, und ein kühlendes Gel wird auf die Haut unterhalb der Augen aufgetragen. Die Lichtimpulse werden von Wange zu Wange über die Nase geführt. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden ein leichtes Wärmegefühl, aber keinen Schmerz. Im Anschluss werden die Meibom-Drüsen sanft ausgestrichen, damit das gelöste Sekret abfliessen kann.

Die Behandlung beginnt mit einer Serie von drei Sitzungen im Abstand von drei bis vier Wochen; je nach Ansprechen folgen weitere. Eine Besserung berichten die meisten Patientinnen und Patienten nach der zweiten oder dritten Sitzung. Unmittelbar nach der Behandlung kann die Haut leicht gerötet sein; das verschwindet in der Regel innerhalb weniger Stunden.

Was Sie realistisch erwarten können

Das trockene Auge bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion ist eine chronische Erkrankung. Keine Behandlung heilt sie dauerhaft — so wenig wie eine einzelne Tablette einen chronischen Zustand für immer beendet. Tränenersatzmittel lindern die Beschwerden, aber es gibt keinen Beleg, dass sie den altersbedingten Rückgang der Meibom-Drüsen aufhalten. OptiLight™ setzt anders an: Jede Sitzung löst im Gewebe Reparaturprozesse aus, und diese Wirkung baut sich von Sitzung zu Sitzung auf.

Wie viele Sitzungen es braucht, hängt vom Befund ab. Wir planen zunächst drei Sitzungen und beurteilen dann das Ansprechen. Je nach Verlauf werden schrittweise weitere Sitzungen geplant, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Die Zahlen aus Studien sind ermutigend: Bei leichter bis mittlerer Ausprägung sprechen 70 bis 90 Prozent der Behandelten auf drei bis vier Sitzungen an. Bei langjähriger, hartnäckiger Dysfunktion mit bereits eingetretenem Drüsenverlust erreichen rund zwei Drittel mit sechs bis acht Sitzungen eine deutliche Besserung der Beschwerden — IPL gehört zu den wenigen Verfahren, die auch in diesem Stadium noch wirken. Wichtig für die Geduld: Die messbaren Verbesserungen an den Drüsen kommen vor der spürbaren Linderung. Das Sekret wird flüssiger und die Drüsen lassen sich leichter entleeren, bevor die Augen es merken. Wer nach zwei oder drei Sitzungen noch wenig spürt, hat deshalb oft schon einen Effekt, den wir an der Lidkante sehen. Mit der Besserung der Beschwerden lässt sich dann auch die Häufigkeit der Tropfen reduzieren.

Der erreichte Effekt hält in Beobachtungsstudien sechs bis zwölf Monate an; danach kehrt der Zustand ohne Behandlung langsam in Richtung Ausgangslage zurück. Deshalb gehören Erhaltungssitzungen zum Konzept — die Fachliteratur empfiehlt einen Abstand von etwa sechs Monaten, je nach Verlauf zwischen sechs und zwölf. Sie halten die Drüsen funktionsfähig, statt den Zustand jedes Mal neu erarbeiten zu müssen. Für die Haut rund um die Augen gilt zudem, dass regelmässige Lichtbehandlung über Jahre das sichtbare Altern nachweislich verlangsamt.

Wie stark sich Ihre Beschwerden verbessern, hängt von Ausprägung und Ursache ab. Die Behandlung ersetzt nicht die Basistherapie, sondern ergänzt sie. Wir sagen Ihnen offen, was in Ihrem Fall zu erwarten ist — und was nicht.

Für wen OptiLight™ geeignet ist

OptiLight™ eignet sich für Erwachsene ab 22 Jahren mit trockenem Auge aufgrund einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion, insbesondere bei gleichzeitiger Rosazea, Blepharitis oder Demodex-Befall. Nicht geeignet ist die Behandlung bei rein wässrigem Tränenmangel, bei Augen- oder Lidoperationen in den letzten sechs Monaten, bei aktiven Augeninfektionen, bei lichtsensibilisierenden Medikamenten sowie bei sehr dunkler Haut. Ob OptiLight™ für Sie infrage kommt, klären wir in der Voruntersuchung.

Warum in der Sehklinik

Die Lichtbehandlung findet unmittelbar am Auge statt. In der Sehklinik ist sie deshalb in ein umfassendes Behandlungskonzept eingebettet: Vor der ersten Sitzung beurteilen wir Lid, Augenoberfläche und Tränenfilm als Ganzes — mit Meibographie, Tränenfilmanalyse und Spaltlampenuntersuchung — und stellen die Indikation individuell. Jede Behandlung erfolgt unter augenärztlicher Leitung und Verantwortung, mit der chirurgischen Erfahrung im Hintergrund, die erkennen lässt, was das Lidgewebe verträgt. OptiLight™ ist bei uns kein Einzelangebot, sondern Teil eines Konzepts, das wir auf Ihre Befunde abstimmen und im Verlauf anpassen.

Das gilt auch vor Lidoperationen: Ein stabiler Tränenfilm ist Voraussetzung für Komfort und ein gutes Ergebnis nach dem Eingriff. Bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion behandeln wir das trockene Auge deshalb, bevor wir operieren. Ob OptiLight™ bei Ihnen sinnvoll ist, zeigt die Voruntersuchung — Termin für die Voruntersuchung online anfragen.

Kosten & Krankenkasse

Was bezahlt die Kasse — und was nicht?

Die Voruntersuchung ist eine Krankenbehandlung: Bei medizinischer Indikation läuft sie über die Grundversicherung, Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch. Für die Lichtbehandlung selbst klären wir Kosten und Kostenträger vorher schriftlich.

LeistungVergütungDas heisst für Sie

Voruntersuchung: Meibographie, Tränenfilmanalyse, Spaltlampe

Grundversicherung

Die augenärztliche Beurteilung, aus der sich ergibt, ob OptiLight™ in Ihrem Fall sinnvoll ist — bei medizinischer Indikation eine Leistung der Grundversicherung.

Lichttherapie mit OptiLight™ (IPL) bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion

Vor dem Termin zu klären

Eine Behandlung besteht aus mehreren Sitzungen. Kosten und Kostenträger werden vorher schriftlich geklärt, bevor Sie sich entscheiden.

Erhaltungssitzungen

Vor dem Termin zu klären

Der erreichte Effekt hält in Beobachtungsstudien sechs bis zwölf Monate an. Erhaltungssitzungen gehören deshalb zum Konzept; ihr Abstand richtet sich nach dem Verlauf.

Wir sagen Ihnen vor der Terminvereinbarung, was über die Grundversicherung läuft und was Selbstzahlerleistung ist — schriftlich, bevor Sie sich entscheiden.

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Andrea von Rückmann

Häufige Fragen

Erst der Befund, dann das Licht.

Vor der ersten Behandlung untersuchen wir Ihre Meibom-Drüsen und den Tränenfilm und klären, ob OptiLight™ für Sie geeignet ist. Wir sagen Ihnen offen, was in Ihrem Fall zu erwarten ist — und was nicht.

Beratung vereinbaren

Oder rufen Sie an: +41 44 500 69 00 — Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30.