Sehklinik

Netzhaut & Glaskörper

Ein Schatten im Blickfeld: Netzhautablösung erkennen — und heute handeln

Lichtblitze, ein Schwarm neuer schwarzer Punkte, ein dunkler Vorhang, der von der Seite hereinwandert: Eine Netzhautablösung kündigt sich fast immer an — schmerzlos, und genau deshalb wird sie oft zu lange beobachtet. Eine rissbedingt abgelöste Netzhaut legt sich nicht von selbst wieder an. Wer diese Zeichen heute abklären lässt statt nächste Woche, entscheidet damit mit darüber, was am Ende an Sehvermögen bleibt.

Die vier Warnsignale einer Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung tut nicht weh. Das Auge ist nicht rot, es tränt nicht, es brennt nicht, und man sieht ihm von aussen nichts an. Sie meldet sich ausschliesslich über das, was Sie sehen — und weil nichts schmerzt, verschieben viele Betroffene den Anruf auf morgen. Das ist der eigentliche Grund, weshalb aus einem gut behandelbaren Befund ein bleibender Schaden wird.

Netzhautablösung: Symptome, auf die es ankommt — es sind vier, und sie treten meist in dieser Reihenfolge auf:

  • Lichtblitze. Kurze helle Blitze, Bögen oder Zuckungen, meist am Rand des Blickfelds und im Dunkeln deutlicher. Sie entstehen durch Zug am Netzhautgewebe: Die Netzhaut kennt nur eine Sprache, und die heisst Licht.
  • Russregen. Plötzlich viele neue schwarze Punkte, Flocken oder ein regelrechter Schwarm, der mit dem Blick mitschwimmt. Dahinter steckt Material, das nicht in den Glaskörper gehört — Blutzellen oder Pigment, oft aus einem frischen Riss.
  • Ein Schatten oder Vorhang. Ein dunkler Bereich, der von aussen oder von unten ins Blickfeld hineinwandert und über Stunden bis Tage grösser wird. Das ist das Zeichen, bei dem es keinen Ermessensspielraum mehr gibt.
  • Plötzliche, schmerzlose Sehverschlechterung. Ein Auge wird rasch unschärfer, Buchstaben verspringen, gerade Linien wirken verzogen — ohne Schmerz, ohne Rötung, ohne äusseren Anlass.

Was nicht zu einer Netzhautablösung gehört: Schmerz, ein rotes Auge, Sekret, verklebte Lider. Wer darauf wartet, dass es endlich weh tut, bevor er anruft, wartet auf ein Zeichen, das nicht kommt. Umgekehrt heisst das nicht, dass ein schmerzhaftes, rotes Auge mit schlechterem Sehen harmlos wäre — das ist ebenfalls ein Notfall, nur ein anderer, und gehört genauso noch am selben Tag abgeklärt. Nach einer Augenoperation gilt das besonders.

In Arztberichten und Operationsprotokollen finden Sie für dieselbe Erkrankung zwei lateinische Namen: Ablatio retinae und Amotio retinae. Beide bedeuten wörtlich «Abhebung der Netzhaut» und meinen exakt das, was diese Seite beschreibt. Wie die Netzhaut mit dem Glaskörper zusammenhängt und welche anderen Befunde dort ihren Ursprung haben, lesen Sie in der Übersicht zu Netzhaut und Glaskörper.

Wann Sie sofort kommen müssen

Diese Seite hat eine wichtigste Botschaft, und sie steht hier, damit niemand sie überliest: Bei einem Schatten, einem Vorhang, neuen Lichtblitzen oder plötzlichem Russregen rufen Sie noch heute an — nicht morgen, nicht am Montag, nicht beim nächsten regulären Termin.

Ein Notfall, der noch davor kommt: Ein plötzlicher, kompletter Sehverlust auf einem Auge — vor allem zusammen mit Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen, Sprach-, Sprech- oder Lähmungserscheinungen — gehört nicht in unsere Sprechstunde, sondern sofort auf die Notfallstation: rufen Sie den Rettungsdienst (144). Dahinter kann ein Gefässverschluss oder eine Gefässentzündung stecken, bei denen Minuten und Stunden zählen.

Noch am selben Tag abgeklärt gehört jede der folgenden Situationen:

  • ein dunkler Schatten oder Vorhang, der ins Blickfeld wandert oder grösser wird
  • neue Lichtblitze, besonders wenn sie über Stunden anhalten oder zunehmen
  • plötzlich sehr viel mehr schwarze Punkte als bisher, oder ein Schwarm, den Sie so noch nie gesehen haben
  • eine rasche, schmerzlose Sehverschlechterung auf einem Auge
  • dieselben Zeichen nach einer Augenoperation, einem Schlag aufs Auge oder einem Unfall — auch Wochen danach

Auch wenn der Schatten die Mitte des Blickfelds bereits erreicht hat, gilt derselbe Tag. Die Dringlichkeit sinkt dann nicht, sie verschiebt nur, worum es geht: nicht mehr um den Erhalt des scharfen Sehens, sondern darum, so viel wie möglich davon zurückzuholen. Warten Sie nicht ab, ob es über Nacht besser wird. Eine rissbedingt abgelöste Netzhaut legt sich nicht von selbst wieder an.

So erreichen Sie uns — Zürich, Wetzikon, Meilen

Am schnellsten geht es über unsere zentrale Nummer: +41 44 500 69 00. Sagen Sie gleich zu Beginn, dass Sie Blitze, Russregen oder einen Schatten sehen — dann wissen wir, dass es keine Terminfrage ist. Sie erreichen die drei Standorte auch direkt:

Sprechzeiten sind Mo–Fr 08:00–12:00 und 13:00–17:30; in Meilen ist der Mittwoch variabel, fragen Sie dort telefonisch nach. Eine Übersicht mit Anfahrt und Parkmöglichkeiten finden Sie unter Standorte. Ausserhalb der Sprechzeiten gilt der augenärztliche Notfalldienst — wenden Sie sich an ihn oder direkt an die Notfallstation einer Augenklinik. Ein Verdacht auf Netzhautablösung ist kein Grund, bis zum nächsten Werktag zu warten.

Zuweisende Ärztinnen, Ärzte und Optikerinnen erreichen uns über den Zuweiserbereich. Bei Verdacht auf eine Netzhautablösung nehmen wir Ihre Patientin oder Ihren Patienten während der Sprechzeiten am selben Tag; ausserhalb davon sagen wir Ihnen am Telefon, wohin sie oder er sofort gehen soll — rufen Sie an, statt zu faxen.

Wie eine Netzhautablösung entsteht

Die Netzhaut ist eine hauchdünne Nervenschicht, die innen an der Augenwand anliegt wie eine Tapete, die nicht verklebt, sondern angesaugt ist. Ernährt wird sie zu grossen Teilen aus der darunterliegenden Aderhaut. Sobald Flüssigkeit zwischen beide Schichten gerät, hebt sich die Netzhaut ab — und ihre äusseren, lichtempfindlichen Schichten verlieren den Kontakt zu der Versorgung aus der Aderhaut, auf die sie angewiesen sind. Nervengewebe verträgt das nur begrenzt lange. Wie diese Flüssigkeit dorthin gelangt, unterscheidet drei Formen, und diese Unterscheidung entscheidet über die Behandlung.

Rissbedingt (rhegmatogen) — der häufigste Weg

Der Glaskörper, der den Augapfel füllt, verflüssigt sich mit den Jahren und schrumpft dabei. Er löst sich von der Netzhaut — eine hintere Glaskörperabhebung, die für sich genommen altersbedingt und meist harmlos ist. Genau in dieser Phase treten die typischen «fliegenden Mücken» und Lichtblitze auf. An einzelnen Stellen haftet er aber fester, und dort kann sein Zug die Netzhaut einreissen. Durch diesen Riss läuft verflüssigter Glaskörper unter die Netzhaut und hebt sie ab, oft in Stunden bis Tagen. Das ist der Grund, weshalb die harmlose Glaskörperabhebung und der gefährliche Riss dieselben ersten Beschwerden machen — und weshalb sie sich nur mit erweiterter Pupille auseinanderhalten lassen.

Zugbedingt (traktiv)

Hier braucht es keinen Riss. Narbenartige Membranen im Augeninneren ziehen die Netzhaut mechanisch von ihrer Unterlage weg. Solche Stränge entstehen vor allem bei fortgeschrittener diabetischer Retinopathie und nach Gefässverschlüssen der Netzhaut. Diese Form entwickelt sich langsamer und schleichender als die rissbedingte, macht deshalb lange wenig Beschwerden und wird oft erst spät bemerkt. Wer Diabetes hat, bemerkt davon in aller Regel nichts, bevor etwas passiert — deshalb sind regelmässige Netzhautkontrollen bei Diabetes Pflicht und nicht Kür.

Flüssigkeitsbedingt (exsudativ)

Die seltenste Form: Die Netzhaut ist unversehrt, aber unter ihr sammelt sich Flüssigkeit, die aus der Aderhaut austritt. Auslöser sind Entzündungen im Augeninneren wie eine Uveitis, seltener Tumoren der Aderhaut oder ein schwer entgleister Bluthochdruck. Behandelt wird hier nicht in erster Linie chirurgisch, sondern die Ursache — und deshalb ist es so wichtig, dass die Untersuchung überhaupt zwischen diesen drei Formen unterscheidet, statt jede Abhebung gleich zu behandeln.

Wer ein erhöhtes Risiko hat

Eine Netzhautablösung trifft nicht zufällig. Es gibt Konstellationen, in denen sie deutlich häufiger vorkommt — und wer zu einer davon gehört, sollte die vier Warnsignale auswendig kennen. Das ist wirksamer als jedes Kontrollintervall.

  • Kurzsichtigkeit. Ein kurzsichtiges Auge ist länger gebaut, seine Netzhaut in der Peripherie dünner und gedehnter, und die Glaskörperabhebung erfolgt im Schnitt früher. Je höher die Dioptrienzahl, desto ausgeprägter dieser Zusammenhang. Was das für das Auge bedeutet, steht bei Kurzsichtigkeit.
  • Zustand nach einer Kataraktoperation. Nach dem Eingriff am Grauen Star ist das Risiko erhöht, besonders bei kurzsichtigen Augen und wenn während der Operation Besonderheiten auftraten. Das Zeitfenster reicht über Jahre. Es ist kein Argument gegen die Operation — es ist ein Argument dafür, die Warnzeichen zu kennen.
  • Verletzungen. Eine Prellung durch Ball, Faust, Sektkorken oder Airbag ebenso wie eine penetrierende Verletzung. Die Ablösung kann unmittelbar folgen oder Wochen bis Monate später auftreten.
  • Familienanamnese und die eigene Vorgeschichte. Netzhautablösungen in der Familie, eine bereits erlittene Ablösung am anderen Auge oder bekannte dünne Stellen der Netzhaut wie eine Gitterdegeneration erhöhen das Risiko.
  • Alter. Die hintere Glaskörperabhebung ist ein normaler Vorgang, der sich meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr abspielt — die Lebensphase, in der rissbedingte Ablösungen am häufigsten sind.

Ein Risikofaktor ist keine Diagnose, und niemand muss deswegen unruhig durchs Leben gehen. Was wir sagen: Wenn Sie in einer dieser Gruppen sind und eines der vier Zeichen neu auftritt, ist der Anruf am selben Tag die richtige Reaktion — und nicht die übervorsichtige. Wer ohne solche Zeichen die Netzhautperipherie einmal kontrollieren lassen möchte, kann dafür einen Kontrolltermin mit erweiterter Pupille online vereinbaren — dieser Termin hat Zeit, der andere nicht.

Wie wir abklären

Die Untersuchung beantwortet vier Fragen: Ist die Netzhaut abgelöst? Ist die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens, mitbetroffen? Wo liegt die Öffnung, durch die es begonnen hat? Und ist das andere Auge gefährdet? Aus den Antworten ergibt sich alles Weitere — die Dringlichkeit, das Verfahren, der Zeitplan.

  • Weitstellung der Pupille (Mydriasis). Ohne sie ist die Netzhautperipherie — dort, wo Risse entstehen — schlicht nicht zuverlässig beurteilbar. Die Tropfen brauchen rund 20 bis 30 Minuten, bis sie wirken. Danach gilt für mehrere Stunden: nicht selbst Auto fahren, in der Nähe unscharf sehen, lichtempfindlich sein. Das ist der ehrliche Preis dieser Untersuchung, und wir sagen ihn Ihnen lieber vorher als nachher.
  • Funduskopie des gesamten Augenhintergrunds. Die Beurteilung der Netzhaut bis weit an den Rand, bei Bedarf mit Eindellung der Augenwand, damit auch die äussersten Anteile einsehbar werden. Hier zeigt sich, ob die Netzhaut anliegt, wo sie abgehoben ist und wo der Riss sitzt.
  • OCT (optische Kohärenztomografie). Ein berührungsloses Schnittbild der Netzhaut in mikroskopischer Auflösung. Es beantwortet vor allem die Frage nach der Makula — ob sie noch anliegt oder bereits unterspült ist — und macht den Verlauf über Monate und Jahre vergleichbar.
  • Ultraschall des Auges. Wenn eine Blutung im Glaskörper den Blick auf die Netzhaut verstellt, sieht man mit blossem Auge und Lupe nichts mehr. Der Ultraschall zeigt auch durch trübe Medien hindurch, ob die Netzhaut anliegt — und beantwortet damit genau die Frage, die dann offen ist.

Das zweite Auge wird immer mituntersucht, auch wenn es beschwerdefrei ist. Findet sich dort eine Vorstufe, lässt sie sich unter Umständen sichern, bevor daraus ein Notfall wird. Was zu einer vollständigen Untersuchung des Auges sonst noch gehört, beschreiben wir unter Augenuntersuchungen — die Beurteilung der Netzhautperipherie mit erweiterter Pupille.

Und was diese Abklärung nicht leisten kann: eine Netzhautablösung ausschliessen, ohne dass die Pupille erweitert wurde. Ein normaler Sehtest, ein Blick auf die Sehschärfe oder eine Messung des Augeninnendrucks sagen darüber nichts aus. Wer mit Blitzen und Russregen eine Untersuchung ohne Weitstellung erhalten hat, hat die entscheidende Untersuchung nicht erhalten.

Behandlungswege

Das Ziel ist immer dasselbe: die Netzhaut wieder anlegen und jede Öffnung dauerhaft verschliessen. Welcher Weg dorthin führt, hängt davon ab, wo und wie viele Risse vorliegen, wie ausgedehnt die Ablösung ist, ob die Makula beteiligt ist, wie alt Sie sind, ob Sie eine eigene Linse oder eine Kunstlinse haben und in welchem Zustand der Glaskörper ist. Diese Wahl trifft die Netzhautchirurgin oder der Netzhautchirurg, die operieren — nach dem Befund, den wir erheben.

Laserkoagulation beim Netzhautriss

Zeigt die Untersuchung einen Riss oder ein Loch, ohne dass sich die Netzhaut bereits abgelöst hat, kann eine Laserkoagulation den Verlauf dort stoppen, wo er begonnen hat. Der Laser setzt rund um den Riss feine Herde; aus ihnen entsteht in den folgenden Tagen eine Narbe, die die Netzhaut mit ihrer Unterlage verklebt. Der Riss bleibt bestehen; die Narbe soll verhindern, dass sich von ihm aus Flüssigkeit unter die Netzhaut ausbreitet. Sicher ausschliessen lässt sich das nicht — und ein neuer Riss kann an anderer Stelle entstehen. Neue Blitze, neuer Russregen oder ein Schatten gehören deshalb auch nach einer Laserbehandlung sofort abgeklärt. Der Eingriff erfolgt ambulant an der Spaltlampe, mit betäubenden Augentropfen und einem Kontaktglas, und dauert in der Regel wenige Minuten.

Zwei Dinge sagen wir dazu offen. Der Laser verbessert das Sehen nicht — er verhindert eine Verschlechterung; wer danach schärfer zu sehen erwartet, wird enttäuscht, obwohl die Behandlung genau das getan hat, was sie soll. Und: eine bereits abgelöste Netzhaut lässt sich nicht anlasern. Dann führt kein Weg an einer Operation vorbei. Die Laserbehandlung eines Risses führen wir selbst durch.

Vitrektomie — Operation im Augeninneren

Bei der Vitrektomie wird über feine Zugänge der Glaskörper entfernt, die Flüssigkeit unter der Netzhaut abgesaugt und der Riss von innen verschlossen, meist mit Laser oder Kälte. Damit die Netzhaut angelegt bleibt, bis die Narbe hält, wird das Auge mit einer Tamponade gefüllt: entweder mit einem Gas, das sich über Wochen von selbst auflöst, oder mit Silikonöl, das in einem zweiten Eingriff wieder entfernt wird. Nach einer Vitrektomie entwickelt sich in einem Auge mit eigener Linse häufig innerhalb der folgenden Monate bis Jahre ein Grauer Star, der dann seinerseits behandelt werden kann.

Operationen im Augeninneren führen wir nicht selbst durch. Wenn Ihr Befund eine verlangt, sagen wir es Ihnen im selben Gespräch und organisieren die Zuweisung an ein netzhautchirurgisches Zentrum, ohne dass Sie sich selbst darum kümmern müssen. Die Diagnostik davor und die Kontrollen danach übernehmen wir wohnortnah in Zürich, Wetzikon oder Meilen.

Eindellende Verfahren — Plombe und Cerclage

Der zweite etablierte Weg arbeitet von aussen: Ein Silikonelement wird auf die Lederhaut aufgenäht — als örtliche Plombe oder als Band, das den Augapfel umläuft (Cerclage). Die Augenwand wird dadurch leicht eingedellt und an die abgehobene Netzhaut herangeführt, sodass der Riss wieder zur Anlage kommt. Dieses Verfahren wird häufig bei jüngeren Augen gewählt, deren Glaskörper noch anliegt, und es hat den Vorteil, dass das Augeninnere unberührt bleibt. Es kann allerdings die Brechkraft des Auges verändern — meist in Richtung Kurzsichtigkeit —, das Auge länger reizen und vorübergehend Doppelbilder verursachen. Auch dieser Eingriff erfolgt im operierenden Zentrum.

Was die Aussichten bestimmt

Prozentzahlen haben auf dieser Seite nichts verloren; was man vorher wissen kann, sind die Faktoren. Zwei wiegen am schwersten: die Zeit bis zur Behandlung und die Beteiligung der Makula. Liegt die Makula noch an und wird rasch operiert, sind die Aussichten für das zentrale Sehen am günstigsten. War sie bereits abgelöst, bleibt oft auch nach erfolgreichem Wiederanlegen eine Einbusse an Schärfe oder ein Verzerrtsehen zurück.

Daneben spielen die Ausdehnung der Ablösung, die Zahl und Lage der Risse und die Frage eine Rolle, ob sich im Augeninneren Narbengewebe bildet — geschieht das, kann eine weitere Operation nötig werden. Auch das gehört zur Ehrlichkeit: Eine Netzhautablösung wird nicht in jedem Fall mit einem einzigen Eingriff versorgt, und die Erholung des Sehens zieht sich über Monate. Ein Ergebnis versprechen wir Ihnen nicht — die zügige Abklärung und einen klaren nächsten Schritt schon.

Nach der Operation

Die Zeit nach dem Eingriff verlangt mehr Mitarbeit als die Operation selbst. Was genau auf Sie zukommt, hängt vom gewählten Verfahren und von der Tamponade ab; die folgenden Punkte betreffen die meisten Verläufe.

Lagerung. Wurde eine Gasblase eingesetzt, drückt sie die Netzhaut nur dort an, wo sie oben aufliegt — die Gasblase steigt im Auge immer nach oben. Welche Stelle das sein soll, bestimmt die Lage des Risses; deshalb wird Ihnen eine bestimmte Kopfhaltung vorgegeben, oft über mehrere Tage und über viele Stunden täglich. Das ist anstrengend und für viele der unangenehmste Teil der Behandlung. Es ist zugleich der Teil, den niemand für Sie übernehmen kann: Die Lagerung ist Bestandteil der Operation, nicht eine Empfehlung danach. Lassen Sie sich im operierenden Zentrum zeigen, welche Hilfsmittel es dafür gibt.

Gastamponade. Solange das Gas im Auge ist, sehen Sie auf diesem Auge sehr schlecht — viele beschreiben eine dunkle Blase mit einem beweglichen «Wasserspiegel», der über die Tage kleiner wird. Das Gas löst sich von selbst auf, je nach verwendetem Gas über wenige bis mehrere Wochen. Sagen Sie in dieser Zeit jedem behandelnden Arzt, dass Sie eine Gastamponade haben — insbesondere vor jeder Narkose.

Flugverbot. Mit Gas im Auge dürfen Sie nicht fliegen. Der geringere Kabinendruck lässt die Blase sich ausdehnen, und der Augeninnendruck kann dabei so stark ansteigen, dass die Durchblutung des Auges gefährdet ist. Dasselbe gilt für Fahrten in grosse Höhe. Das Verbot endet nicht nach einer festen Zahl von Wochen und nicht nach Ihrem Gefühl, sondern erst, wenn augenärztlich bestätigt ist, dass kein Gas mehr im Auge ist. Bei Silikonöl besteht dieses Problem nicht — lassen Sie sich das dennoch ausdrücklich bestätigen, bevor Sie ein Ticket buchen.

Arbeitsunfähigkeit und Alltag. Wie lange Sie ausfallen, hängt vom Verfahren, vom Verlauf und stark von Ihrem Beruf ab. Körperlich schwere Arbeit, Arbeiten in Staub oder Nässe und Tätigkeiten, die beidäugiges Sehen verlangen, fallen länger aus als eine Bürotätigkeit. Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen, und lassen Sie sich vor der Operation keine Zahl versprechen, die niemand kennen kann. Autofahren erst wieder, wenn das Sehvermögen es erlaubt und Sie eine ausdrückliche Freigabe haben. Schwimmbad, Sauna und Sport kommen später — wann genau, sagt Ihnen die Kontrolle.

Kontrollen. Die Nachkontrollen sind dicht getaktet und gehören eingehalten, auch wenn das Auge sich gut anfühlt. Wir übernehmen sie wohnortnah an unseren drei Standorten und untersuchen dabei jedes Mal auch das zweite Auge. Melden Sie sich zwischendurch sofort, wenn Schmerzen zunehmen, das Sehen erneut schlechter wird oder wieder ein Schatten auftaucht.

Kosten & Krankenkasse

Was bezahlt die Kasse — und was nicht?

Eine Netzhautablösung ist eine medizinisch zwingende Behandlung — hier gibt es nichts abzuwägen und keine Selbstzahlerleistung, über die man nachdenken müsste. Was Sie wissen sollten, betrifft Franchise, Selbstbehalt und das, was die Grundversicherung nicht abdeckt. Ist die Ablösung Folge eines Unfalls, läuft die Abrechnung über die Unfallversicherung — dann entfallen Franchise und Selbstbehalt. Sagen Sie uns deshalb, wenn ein Schlag oder Sturz vorausging.

LeistungVergütungDas heisst für Sie

Notfallabklärung bei Verdacht auf Netzhautablösung

Grundversicherung

Untersuchung mit erweiterter Pupille, Funduskopie, OCT und — wo nötig — Ultraschall sind bei medizinischer Indikation Pflichtleistungen. Franchise und Selbstbehalt gelten wie bei jedem Arztbesuch.

Laserkoagulation eines Netzhautrisses

Grundversicherung

Ambulanter Eingriff bei gesicherter Indikation. Er wird über dieselbe Franchise abgerechnet wie die Abklärung, aus der er hervorgeht.

Operation bei Netzhautablösung (Vitrektomie oder eindellendes Verfahren)

Grundversicherung

Die Operation rechnet das operierende Zentrum ab. Erfolgt sie stationär, richten sich Zimmer und Arztwahl nach Ihrem Versicherungsmodell — die Operation selbst ist davon nicht betroffen. Bei stationärer Behandlung kommt zusätzlich der gesetzliche Spitalkostenbeitrag von CHF 15 pro Tag dazu (Erwachsene).

Nachkontrollen und Kontrolle des zweiten Auges

Grundversicherung

Verlaufskontrollen nach einer Netzhautablösung sind medizinisch indiziert, ebenso die Untersuchung des Partnerauges. Beides übernehmen wir wohnortnah in Zürich, Wetzikon oder Meilen.

Neue Brillengläser nach der Operation

In der Regel nicht

Brillengläser sind für Erwachsene in der Regel keine Leistung der Grundversicherung. Für einzelne medizinische Indikationen sieht die MiGeL Beiträge vor — ob eine Brechkraftänderung nach dem Eingriff dazugehört, klären Sie mit Ihrer Kasse; wir stellen Ihnen die nötigen Angaben zusammen. Ob eine Zusatzversicherung etwas beiträgt, sagt Ihnen ebenfalls Ihre Kasse.

Franchise und Selbstbehalt tragen Sie selbst; bei einer Operation ist die Franchise entsprechend rasch ausgeschöpft. Bei einem Notfall klären wir zuerst ab und regeln das Administrative danach — niemand soll wegen einer Kostenfrage einen Tag verlieren. Fragen zur Abrechnung beantworten wir gerne vorher am Telefon: +41 44 500 69 00 oder über das Kontaktformular.

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Andrea von Rückmann

Häufige Fragen

Ein Vorhang im Blickfeld wartet nicht bis Montag.

Sagen Sie uns am Telefon, was Sie sehen und seit wann. Bei Verdacht auf eine Netzhautablösung untersuchen wir Sie während der Sprechzeiten noch am selben Tag; ausserhalb davon sagen wir Ihnen am Telefon, wohin Sie sofort gehen. Wenn eine Operation nötig ist, organisieren wir die Zuweisung, ohne dass Sie sich selbst darum kümmern müssen.

Sofort anrufen — noch heute abklären

+41 44 500 69 00 — Mo–Fr 08:00–12:00 / 13:00–17:30. Ausserhalb der Sprechzeiten gilt der augenärztliche Notfalldienst. Oder Termin online vereinbaren.